Ich sehe dich, mein Herr

Ich sehe dich, mein Herr. Langsam spannst du dein filigranes Netz und ich bewundere die Schönheit deiner Bewegungen. Ich weiß, du willst mich fangen. Ich weiß, ich sollte mich fürchten. Stattdessen erstarre ich und lasse das Unvermeidliche geschehen. Du und ich wir folgen unserer Natur. Du bist der Jäger und ich bin deine Beute. Ich kenne dich, obwohl wir uns noch nie begegnet sind. Eine sklavin erkennt ihren Herren.

Du flüsterst meinen Namen und für mich hört es sich so an, als hörte ich ihn zum ersten Mal. Ich will glauben, du hast ihn mir gerade erst gegeben. Die Sehnsucht nach einer Berührung wird unerträglich. Ich senke meinen Blick und gehe vor dir auf die Knie. Luft strömt durch halb geöffnete Lippen in meinen Körper und entweicht mit einem lustvollen Seufzer. Dann spüre ich deine Hand an meiner Wange. Mit sanftem Druck befiehlt sie mir, dich anzusehen. Du lächelst zufrieden. Meine Demut gefällt dir.

Der Schmerz kommt plötzlich, obwohl ich darauf vorbereitet war. Deine Augen glänzen unergründlich. Schnell bringe ich meinen Kopf wieder in Position, um den nächsten Schlag zu erwarten. Meine Wange brennt. Nicht so sehr, dass ich weinen müsste. Es ist ein schönes, warmes Brennen. Ich bekomme Gänsehaut und ein Zittern geht wie eine Welle durch mich hindurch. Du schlägst mich nochmal. Und nochmal. Dann gehst du einen Schritt rückwärts, betrachtest mich, meine geröteten Wangen.

„Und?“ höre ich deine leise Stimme mahnend sagen. Ich weiß sofort, was du von mir willst.

„Danke, mein Herr!“, hauche ich mit bebender Stimme und bekomme ein zufriedenes Lächeln von dir als Belohnung. Du gehst zu dem großen Sessel in der Ecke und lässt dich hineinfallen. Mit einer angedeuteten Bewegung zeigst du auf einen Platz zu deinen Füßen. Ich krabbele dorthin und bleibe auf meinen Knien an deiner Seite. Du streichelst mein Haar. So sanft, dass es mir fast ehrfürchtig erscheint. Ich genieße die Ruhe, mit der du mich führst. Die Liebe, die du mir schenkst. Ich weiß, du bereitest mich vor. Du schenkst mir das Vertrauen, dass ich für dein Spiel benötige.

Irgendwann stehst du auf und gehst aus dem Raum. Als du wiederkommst hast du einen Koffer dabei. Mit wenigen griffen befestigst du die schwere Kette an meinem Halsband, Manschetten um Handgelenke und Füße. Dann kommt der aufblasbare Knebel, die Klemmen für meine Nippel. Ich weiß, dass bald jede Bewegung einen empfindlichen Schmerz durch meinen Körper jagt und ich habe Angst. Die Kette in deiner Hand klirrt bedrohlich, als du sie straffer ziehst, so dass mein Hals nach oben gezogen wird. In der anderen Hand hälst du den Rohrstock, das böse Instrument mit dem du gleich auf mir spielen wirst.

„Sag mir, dass du mich liebst.“ Deine Stimme ist noch immer so ruhig und ganz freundlich. Natürlich will ich gehorchen, aber durch den Knebel gebe ich nur unverständliches Gebrabbel von mir. Du lachst.

„Rede deutlich, wenn du mit deinem Herrn sprichst.“ Dann kommt der erste heftige Schlag auf meinen nackten Po. Nur ein einziger Schlag. So doll, dass er mir Tränen in die Augen treibt. Ich wimmere leise und stelle erschrocken fest, dass du den Knebel noch weiter aufgepumpt hast. Dein Spiel hat angefangen.

„Nochmal.“ Der Befehl dringt aus weiter Ferne zu mir durch. Ich habe Angst.

Fortsetzung folgt …

 

Ein Gedanke zu “Ich sehe dich, mein Herr

  1. Anonymous

    vielen dank für deinen sehr ausführlichen blog, besonders dass Du so detailiert Deine Gefühle beschreibst. Ist die Angst nicht sehr schlimm ? Also ich kann mich niemand hingeben, wenn ich Angst habe.

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