Aftercare

BDSM beinhaltet immer ein Spiel mit Grenzen. Es kann gut gehen, es kann aber auch schief laufen. Das ist nicht ungewöhnlich und im Prinzip Tagesordnung. Doch viele glauben, dass es nur die Bottoms betrifft. Diese Annahme ist ebenso falsch, wie gefährlich. Was, wenn Top sich mit einer Situation konfrontiert sieht, der er sich nicht gewachsen fühlt? Wie geht er damit um? Ich kenne einige Herren, denen genau das widerfahren ist. Das Problem ist, dass der Aktive zu jederzeit die Kontrolle über sich selbst, die Sub und natürlich die Situation behalten muss. Ansonsten kann es zu schlimmen physischen als auch psychischen Folgen kommen. Es kann auch passieren, dass durch die falsche Handhabung einer Situation, das Vertrauensverhältnis nachhaltig beeinträchtig wird. All das gilt es zu vermeiden.
Ich bin ein großer Fan davon, dass Sub notfalls in der Lage ist, sich selbst aufzufangen. Es ist nicht ihr Job, aber zwingend erforderlich. Schöner ist es natürlich, wenn ihr Top das leistet. Doch auch er ist nur ein Mensch und kann sich mal überschätzen – auch wenn er bestrebt sein sollte, das zu vermeiden. Dieser Leitfaden soll für beide Seiten Gefahren aufzeigen und einen möglichen Umgang damit verdeutlichen.

Wenn Aftercare nicht mehr möglich ist

Es ist nicht immer vorher klar, wo tatsächliche Grenzen liegen. Die menschliche Psyche ist komplex und so kann an jeder Ecke ein Stolperstein liegen, über den ein Herr fallen kann. Eine Bekannte hat ihrem Spielpartner vor einiger Zeit einen Arm gebrochen, als er eine ihrer Grenzen durch Zufall entdeckt hat. Das ist natürlich ein Extremfall und kommt zum Glück selten vor. Es ist das Wurst-Käse-Szenario: der Top hatte weder die Kontrolle über die Situation, noch über sich selbst, noch über die Sub. Aftercare bringt hier rein gar nichts mehr. Was im Detail geschehen ist, spielt keine Rolle. Er könnte jetzt sagen, sie sei verrückt und hätte ein Problem. Wahrscheinlich hätte er damit sogar Recht, doch das mindert sein eigenes Versagen nicht im Geringsten. Schuldzuweisungen sind an der Stelle dennoch komplett falsch. Das ist das Risiko von BDSM und dem Spiel mit Grenzen. Darüber muss sich jeder im Klaren sein, der sich darauf einlässt. In der Regel ist es halt nur nicht so krass.

Aftercare ist Priorität

Üblicherweise läuft es harmloser ab: Bottom stürzt ab, fängt an zu weinen und es geht scheinbar nichts mehr. Das ist nicht ungewöhnlich und kann bei jeder Session geschehen. Gemeinsam können beide schauen, ob eine Pause reicht oder ob der Abend besser Arm in Arm vor dem Fernseher verbracht werden sollte. Es ist jedoch auch möglich, das Sub plötzlich nicht mehr ansprechbar ist, oder hysterisch wird. Das passiert sogar recht häufig. Spielpartner haben da natürlich einen anderen Umgang als richtige Partner. In beiden Fällen gilt: Aftercare hat Priorität! Das könnt ihr tun:

Das kann der Top machen

Lieber Top, du hast eine Neigung, die mit sehr viel Verantwortung einhergeht. Bitte sei dir dessen bewusst. Manche glauben, sie seien dominant, weil sie Befehle bellen (Faustregel für die unerfahrene Sub: Je lauter sie brüllen, desto weniger dürft ihr euch auf sie einlassen…). Dominanz hat etwas mit Kontrolle, Feingefühl und Verantwortungsbewusstsein zu tun. Das sind die Fähigkeiten, die ein Herr bei sich selbst pflegen und fördern sollte. Das ist die Basis, die ihn befähigt mit Grenzen zu spielen.

Kontrolle ist Sache des Herrn

Es gibt Spielarten, die das nicht ganz ermöglichen. Wenn du etwas machen möchtest, musst du dich vorher über die Risiken informieren. Als Beispiel gibt es Fesselungen, durch die Bottom sich bei Bewegungen selbst stranguliert. Geiles Kopfkino (für mich), doch sehr schwierig. Ich kenne keinen Top, der sich darauf einlassen würde. Aus dem einfachen Grund, dass es etwas ist, was sie nicht kontrollieren können. Ein Herr gibt keine Kontrolle ab 😉

Ein guter Top ist emphatisch

Beherrscht du diesen Punkt, benötigst du Feingefühl. Eine Session ist etwas sehr intimes. Ganz gleich, ob es nur ein einmaliges Spiel ist, oder innerhalb einer langfristigen Beziehung stattfindet. Es geht um Vertrauen und den Austausch von Macht. Willst du diese Macht über ein anderes Leben haben, musst du die Verantwortung dafür tragen können. Halte Körper- und Blickkontakt. Schlägst du sie von hinten, geh zwischendurch vor sie und schau ihr für einen Moment in die Augen. Sind sie geschlossen, bitte Sub sie zu öffnen und mach erst weiter, wenn du siehst, dass alles gut ist. Reagiert sie? Ist ihr Blick klar? Kreislauf stabil? Ist sie ansprechbar? Du musst darauf achten! Außerdem macht es das Spiel schöner, intensiver und wertvoller 😉

Übernimm Verantwortung

Du behältst die Kontrolle und stellst es durch Empathie sicher? Okay, dann bist du schon ganz gut. Jetzt musst du noch das mit der Verantwortung hinbekommen. Selbst, wenn du alles richtig gemacht hast, kann etwas schief laufen. Wichtigste Regel: Ruhe bewahren! Es reicht, wenn einer die Nerven verliert. Brich das Spiel ab, hol ein Glas Wasser, umarme sie, streichle sie. Sollte sie nicht mehr reagieren, Vitalwerte überprüfen. Im Zweifel Krankenwagen rufen. Jetzt ist Nähe wichtig. Wenn sie dich wegstößt, respektiere das und gib ihr zu verstehen, dass du da bist, wenn sie es möchte. Nimm nichts persönlich. Deine Ruhe wird irgendwann auf sie übergreifen. Wenn du dich überfordert fühlst, reiß dich zusammen. Sie fühlt sich nicht besser und ihr müsst das gemeinsam ausbaden. Das hast du hingenommen, als du dich darauf eingelassen hast. Solltest du Termine haben, verschiebe sie. Das Fass, das du geöffnet hast, musst auch du wieder schließen.
Es kann Situationen geben, in denen du an deine Grenzen gerätst. Obwohl du alles richtig machen wolltest, konntest du das nicht. Ist das Kind erst in den Brunnen gefallen, redet miteinander. Sobald es eben geht. Ganz in Ruhe. Du bist auch nur ein Mensch, vergiss das nicht 😉

Das kann Sub machen

Ich gebe gern Verantwortung ab. Das ist einer der Vorteile am Sklavin-Sein. Manche verfallen jedoch in den Irrglauben, sie hätten auf passiver Seite gar keine Verantwortung mehr. Es tut mir Leid dich enttäuschen zu müssen – du trägst eine Menge Verantwortung. Zunächst für das Wohlbefinden deines Herrn. Es ist die Pflicht einer Sklavin dafür zu sorgen. Doch gerade meine ich nicht das ;-P Auch für dich selbst solltest du Verantwortung tragen können. Es kann sein, dass du an ein Arschloch gerätst. Dann musst du rechtzeitig die Reißleine ziehen können. Suche dir andere Submissive, mit denen du dich austauschst.

Vorsorge ist manchmal besser als Nachsorge

Augen auf bei der Wahl des Partners. Lasse dich nur auf ein Spiel mit jemandem ein, den du schon kennst. Das erste Treffen sollte an einem öffentlichen Ort stattfinden. Bevor du dich allein mit jemandem triffst, lass dich covern. Du brauchst seinen vollen Namen, seine Telefonnummer und seine Anschrift. Natürlich auch die Anschrift von dem Ort, an dem ihr euch trefft. Vereinbare mit einer Freundin ein Codewort dafür, dass alles gut ist. Zu einem verabredeten Zeitpunkt ruft sie dich an und wenn du nicht das richtige Wort sagst, informiert sie die Polizei.

Kommunikation ist alles

Rede mit deinem Top. Sag ihm, wenn sich etwas komisch oder nicht gut anfühlt. Es kann sein, dass er darüber hinweggeht und im besten Fall weiß er dann genau, was er da gerade macht. Trotzdem ist es wichtig, da er nicht immer in dich hineinschauen kann. Auch wenn er es versucht, er ist nur ein Mensch und kann Fehler machen. Manchmal reicht es schon, ihm hinterher zu sagen, dass etwas nicht ganz okay für dich war. Im Zweifel musst du das entscheiden. Vereinbart im Vorfeld, wie ihr damit und mit Notfällen umgeht.

Aftercare ist nicht nur Sache des Tops

Entweder will er dich nicht auffangen, oder er kann es nicht. In beiden Fällen, musst du für dich selbst sorgen können. Weine, wenn nötig und rede mit ihm, wenn er da ist. Brauchst du Abstand, oder brauchst du Nähe? Fühl in dich hinein und finde heraus, was dir gerade gut tut. Sei dir im Klaren darüber, dass du gerade in einer Extremsituation bist und du eventuell anders reagierst als sonst. Trink einen Schluck Wasser und atme tief durch. Rede mit ihm über das, was du brauchst. Ist er ein guter Top, wird er darauf eingehen.
Ist etwas schief gelaufen und die Wogen sind geglättet, redet ganz in Ruhe miteinander. Verarbeitet die Situation gemeinsam und trefft Vorsorge für das nächste Mal. Es ist ganz normal, dass sowas geschieht. Ihr müsst nur damit umgehen können.

 

Entwürdigt

Ich krieche auf allen Vieren, wie ein Tier. Nackt. Mit verbundenen Augen. Angeleint. Irgendwo da oben stehst du, mein Herr. Ich spüre, ich ahne deine Anwesenheit. Du bist ganz still. Lässt dir Zeit. Genießt den demütig entwürdigten Anblick, den ich dir biete. Meine Muskeln sind angespannt. Ich habe Angst. Schutzlos ausgeliefert. Ich weiß, du trägst den Anzug, den ich so an dir mag. Eine blasse Erinnerung an ein vergangenes ich. Ich rieche meine Angst und dein After Shave. Ich höre es knacken. Meine Sinne sind geschärft. Adrenalin jagt durch meine Adern. Du bist ganz still. Es macht mich wahnsinnig, doch was spielt das noch für eine Rolle. Ich bin an einem Ort, an dem der Wahnsinn eine Alternative wird.

Du hast den Rohrstock in der Hand. Lässt ihn über meinen Rücken gleiten, meine Schenkel entlang zwischen die Beine. Du sagst nichts, aber das ist auch gar nicht nötig. Mit sanftem Druck führt der Stock in deiner Hand meinen Körper. Du hebst und senkst bis du zufrieden mit meiner Position bist. Ich folge. Der Stock dirigiert mich und ich tanze. Tanze wie eine Puppe an den Fäden, die du ziehst. Du bist ganz still. Warum sagst du nichts, mein Herr. Bitte lass mich deine feste Stimme hören, damit sie mich aus dem Dunkel holt. Es ist Nacht um mich herum geworden. Du bist der Stern, dem ich folge. Auf der Suche nach dem Licht. Ich weiß, es ist da. Ich kann mich daran erinnern. Zu lang her. Zu weit weg. Wer bin ich? Ein Mensch, ein Tier, dein Eigentum. Nichts. Ich löse mich auf und füge mich zusammen. Schön in meiner Demut. Anmutig in meiner Erniedrigung.
Plötzlich macht der Rohrstock eine schnelle Bewegung. Ich zucke. Nichts passiert. Du hast Zeit. Genießt meine Angst. Du streichelst mich mit dem Stock. Ich mag es, wenn du so liebevoll und zärtlich bist. Mit Liebendem Blick siehst du auf mich herab. Mit den gleichen Augen, die meinen Schmerz sehen wollen. Es beruhigt mich zu wissen, dass du da bist. Mir kann nichts passieren, wenn du bei mir bist. Außer der Schmerz. Der Stock schneidet die Luft. Ich höre es. Dann brennende Haut. Manchmal ist die Angst vor dem Schmerz schlimmer als der Schmerz selbst. Du bist ganz still. Der Stock korrigiert meine Position. Es ist demütigend, doch ich folge brav. So willst du mich haben und so bin ich.

Du schlägst mich wieder und wieder. Ich versuche meinen Körper zu halten, wie du es möchtest. Es gelingt nicht immer. Dann ist der Stock da. Ich zucke, krampfe und stöhne in wilden Orgasmen. Oh, süßer, böser Schmerz. Ich ergebe mich. Zwischendurch deutest du den Schlag nur an. Angst und dein Genuss daran. Unser Genuss daran. Es macht mich geil. Kalter Schweiß klebt auf meiner warmen Haut. Ich spüre kleine Tropfen an ihr herabrinnen. Unter mir ist der kühle Boden. Eine Insel der Sicherheit in meinem Flug. Die Welt ist noch da. Du bist ganz still. Ganz still. Mein Fels in der Brandung. Mein Hafen. Heil und Unheil zugleich. Ich mag dieses ruhige, langsame Spiel. Denn es ist mehr als ein Spiel. So viel mehr. Du erziehst mich und ich lasse mich von dir erziehen. Blicke, Gesten, leise Worte. Deine Stimme fehlt mir, mein Herr. Und je mehr ich da hineinwachse, desto leichter und selbstverständlicher wird es. Ich denke gar nicht mehr darüber nach. Folge einfach und ohne Zögern. Dein Wille ist Gebot. Das Spiel wird perfektioniert. Kann nur Ausdruck, nur Folge sein. Von dem was zwischen uns ist. Herr und sklavin. Innig verbunden durch viel mehr als die Leine um meinen Hals. Du behütest mich und ich diene dir. Liebe und leide für dich. Koste diese bitter-süßen Freuden ekstatisch aus.

Der Schmerz trägt mich auf ruhigen Wogen mit sich davon. Ich stöhne und wimmere. Es beruhigt mich, dass du dich davon nicht beirren lässt. Ich drifte immer tiefer, immer weiter in mein lustvolles Leid. Bis ich aufhöre zu denken. Ich existiere nur noch in einem Augenblick. Alles andere um mich herum hört auf zu sein. Du bist ganz still. Schlägst mich nicht mehr. Bitte hör nicht auf. Noch nicht. Der Stock streift sanft meine geschundene Haut. Ich liege erschöpft auf dem Boden vor dir. Keine Kraft für Haltung. Du bist zufrieden. Ich spüre deinen Blick auf mir. Ruhe.

Bullwhip

Es gibt einen Ort in mir, der dunkel ist. Es wartet dort eine Bestie, hungrig und wild. Sie ist mein böser Zwilling. Ich kenne sie gut, doch habe ich Angst vor ihr. Manchmal lasse ich sie frei. Dann kenne ich keine Kontrolle mehr. Nur noch das verzehrende Gefühl blinder Ekstase. Sie ist kein Mensch, sie ist ein Tier. Wunderschön in ihrem animalischen Trieb. Sie sehnt sich nach dem Schmerz, nach der langen Peitsche, die sich verführerisch wie eine Schlange um ihren Körper windet. Fast zärtlich kann sie die Haut berühren um schließlich, unerwartet und hart, zuzubeißen. Das Leder schneidet tief in mich hinein, brennender Schmerz zieht durch den Körper. Er entlädt sich in einem Stöhnen, in einem Schrei, in wilden Zuckungen. Auf allen Vieren möchte ich vor dir kriechen, meinen schweißnassen Körper zittern lassen, während der Schmerz mich immer weiter mit sich davonträgt.

Dann befiehlst du mir wieder aufzustehen, meinen Körper für deine Schläge zu präsentieren. Wie eine heilige Opfergabe betrachtest du mich mit deinen funkelnden Augen. Du lässt dir Zeit, genießt meine Angst. Die Ungewissheit, was mit mir geschehen wird. Der dunkle Priester vollzieht sein böses Ritual und ich gebe mich hin. Folge dir an diesen Ort in mir, an dem ich nur noch Lust und Trieb bin. An dem ich aufhöre Mensch zu sein.

Der Schmerz ist so heftig, dass ich das Gleichgewicht verliere. Ich stürze, doch da ist kein Boden. Ich falle in eine tiefschwarze Nacht und weiß, es gibt kein Netz, um mich aufzufangen. Dort sind nur noch ich und meine Qual. Deine Stimme holt mich zurück. Fast liebevoll flüstert sie mir etwas zu, das ich nicht mehr verstehen kann. Es ist auch gar nicht wichtig. Ich spanne meine Flügel aus und lasse mich von einem Orgasmus in den nächsten treiben.

Du genießt mein Leid und ich genieße deinen Genuss. Deine Macht und meine Hingabe in ihrem lustvollen Spiel. Wer ich einmal war ist fast vergessen. Ich bin ein gefallener Engel, der als deine sklavin aufersteht. Mal Frau, mal Hure. Unschuldig und doch zutiefst verdorben. Du weckst die Bestie mit dem beißenden Leder. Haare kleben in meinem Gesicht, aber ich weiß nicht ob es Tränen oder Schweiß benetzen. Vielleicht beides. Der salzige Geschmack in meinem Mund ist unerträglich. Jeder Sinn ist so sensibel, dass es mich zu zerreißen droht. Lass mich betteln, mein Herr. Lass mich wimmern. Lass mich schreien.

Die Schlange küsst meinen Körper zischelnd. Meine Brüste, meinen Rücken, die Beine, das Fötzchen. Alles ist wund, besonders dort, wo das Leder auf die Knochen trifft. Es ist der vollendete Schmerz. Lust bis an den Rand des Wahnsinns. Du schlägst mich mit einer Peitsche für Vieh und genau dazu werde ich für den Moment. Die Bestie ergreift von mir Besitz. Ich lasse mich auf den Boden fallen. Diesmal vor Lust. Ich blicke zu dir auf und bettele, du mögest aufhören. Doch meine Augen verraten mich. Jetzt hast du mich ganz. Ich will mehr und vage erinnere ich mich, dass ich gar nicht mehr wollen darf. Ich kann mich nicht wehren, möchte mich nicht wehren. Ich bin bereit dir zu geben, was auch immer du von mir verlangst.

Halsreif

Eine Erinnerung
Ich gehe ins Badezimmer und lasse das Kleidchen an meinem Körper hinuntergleiten. In meiner Nacktheit werde ich mir des Halsbandes bewusst, das ich für meinen Herrn trage. Obwohl ich diese Momente mittlerweile kenne, trifft mich die Erkenntnis immer wieder neu: Es ist nicht mehr mein Körper. Ich kenne ihn, er ist mir vertraut und doch fühlt er sich nun fremd an. Der Ring der O klimpert, als ich in die Dusche steige. Ich gehöre meinem Herrn. Das heiße Wasser tropft an mir herunter. Es fließt in sanfter Liebkosung über mein Gesicht, meinen Hals entlang und über meine Brüste hinunter zwischen meine Schenkel. Ich sehne mich nach seinen Berührungen. Es hat etwas heiliges mich einzuseifen, als würde ich eine Opfergabe für ihre Bestimmung vorbereiten. Ich achte sorgfältig darauf, dass meine Löcher sauber sind. Damit er sie benutzen kann.

Vor einiger Zeit war es nur ein vages Konzept. Eine Sehnsucht. Doch nun entfaltet es langsam einen mächtigen Zauber. Mein Körper ist seins, ich bin seins. Gebunden durch seine Magie, spüre ich Fesseln, die niemand sehen kann. Demut ergreift mich und ich richte mich auf. Er will mich stolz und stark in meiner Erniedrigung, auch wenn er meine Schwäche liebt. Manchmal noch verblasst dieses Gefühl, aber nur um mich dann in seiner Endgültigkeit erneut zu packen. Ich frage mich, was mit mir geschehen wird. Wie weit noch, dieses Gefühl, und damit auch er, von mir Besitz ergreift. Ich ahne, dass es erst der Anfang ist und ich fürchte mich davor. Gleichzeitig aber empfinde ich eine bedingungslose Bereitschaft, die meine Angst augenblicklich wieder verschwinden lässt.

Das Halsband liegt schwer um meinen Hals. Der Ring der O klimpert bei jeder Bewegung. Ich bin seine sklavin. Es liegt nun bei ihm, was mit mir und meinem Körper geschieht. Ich diene ihm voller Hingabe, Lust, Demut und Liebe. Dankbar für all das, was nur er mir zu schenken im Stande ist. Ich kann wünschen und hoffen, aber nicht mehr wollen. Denn das liegt allein bei ihm, bei meinem Herrn.