Dein Wunsch ist mir Befehl

Mit klackenden Absätzen gehe ich über den Asphalt. Ich trage ein kurzes Kleidchen. Darunter halterlose Strümpfe und einen String. Der Metallreif liegt schwer auf meiner Haut. Es ist Sommer. Die Hochhäuser um mich herum ragen in ein wolkenloses Blau. Ich genieße die Blicke der Männer. Manche riskieren es nur, mich verstohlen zu beobachten und erschrecken, wenn sie bemerken, dass ich sie ganz offen ansehe. Für sie bin ich eine femme fatale. Bei dem Gedanken muss ich Lächeln, denn in den richtigen Händen bin ich gehorsam und zahm. Sie haben keine Ahnung, wozu ein Mann mich bringen kann. Meine Abgründe würden sie erschrecken. Ich brauche jemanden, der mich erschrickt. Er kann es. Immer wieder findet er neue Grenzen, die er mich überschreiten lässt. Wir sind gleich in einer Bar verabredet. Bei dem schönen Wetter können wir draußen sitzen. Der brummende Verkehr an der großen Straße stört mich nicht. Ich bin ein Kind der Stadt.

An den hohen Tischen drängen sich schon einige Menschen. Trotzdem finden wir einen Tisch nur für uns. Zur Begrüßung fasst er mir unter den Rock.
„Warum trägst du einen Slip?“, fragt er missbilligend.
„Er ist sehr hübsch. Ich wollte dich überraschen.“ Verlegen sehe ich auf den Tisch. Manchmal vergesse ich noch, dass ich fragen muss.
„Dann zeig ihn mir gleich jetzt,“ sagt er bestimmt. Ich reiße fassungslos meine Augen auf, unfähig zu sprechen.
„Du ziehst ihn hier am Tisch aus und gibst ihn mir.“ Seine ruhige Stimme lässt keinen Zweifel daran, dass ich keine Wahl habe. Also gehorche ich.

Nun bin ich es, die verstohlen um sich blickt. Ich versuche mich unauffällig zu bewegen, während ich den Stoff an meinen Beinen herabziehe und ihn über die Pumps streife. Ich zerknülle ihn in einer Hand, um ihn meinem Herrn zu reichen. Im selben Moment steht der Kellner vor uns und serviert uns das Bier, das wir bestellt haben. Souverän geht er über die Situation hinweg. Sicher hat er schon ganz andere Dinge gesehen. Das Bier ist erfrischend. Mir ist warm. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es an ihm oder an dem Wetter liegt. Er befiehlt mir, meine Handflächen auf den Tisch zu legen. Das ist eine Fesselung, die wir geübt haben. Jede unerlaubte Bewegung wird mit heftigem Schmerz bestraft. Mittlerweile würde ich mir lieber die Hände abhacken, als mich nur einen Millimeter zu rühren. Dann soll ich meine Augen schließen. Auch das mache ich gefügig.
„Ich werde jetzt deinen Slip betrachten. Ich glaube, ich halte ihn in die Sonne. Obwohl es dir sicher lieber wäre, ich würde das unter dem Tisch machen.“ Ein breites Grinsen liegt in seiner Stimme.
Er will mich verunsichern und schafft es natürlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er den schwarzen Stoff über den Tisch hält, aber ganz sicher bin ich mir auch nicht. Ich kämpfe gegen den Drang an, meine Augen zu öffnen. Die Fesselung ist gemein.

„Du bist ja schon feucht hier her gekommen“, stellt er fest „mittlerweile trieft dein Fötzchen wahrscheinlich vor Geilheit.“ Natürlich weiß er das. Er kennt mich.
Mit der Verzweiflung kommt die Lust. Ich liebe es seine Macht zu spüren, durch sein Wort gebunden zu sein, Angst vor ihm zu haben. Kaum halte ich es aus, die Augen geschlossen zu lassen. Die Stimmen der Menschen um uns herum, dringen wie aus weiter Ferne in mein Bewusstsein. Seh ich sie nicht, sehen sie mich nicht. Etwas in mir weiß, dass das albern ist. Trotzdem kommt es mir ein bisschen so vor. Der Rest Scham in mir lässt mich noch geiler werden. Ich hasse diesen Mann und ich ihn liebe ihn.

„Du darfst für mich kommen, Sklavin. Ich zähle runter und wehe du bewegst dich.“ Seine Stimme ist leise und bedrohlich. Ich möchte hier nicht kommen. Es ist mitten am Tag. Ich schäme mich so sehr, doch widersprechen ist keine Option.
Als ich sein ruhiges drei höre, spanne ich meinen Beckenboden an und lasse wieder los. Ich wiederhole die Übung in einem gleichmäßigen Rhythmus. Die Bank muss ich wohl reinigen, sobald ich aufgestanden bin.

„Zwei.“ Ich höre ihn lächeln. Das erregt mich noch mehr. Mit zusammengepressten Lippen stöhne ich still. Er lässt sich etwas Zeit, denn er sieht mir an, wie weit ich bin. Ich genieße das Wissen, dass er mich so gut kennt. Ich denke an seinen harten Schwanz und stelle mir vor, dass er in mich eindringt. Im selben Rhythmus, den ich durch meine Kontraktionen vorgebe.

„Eins.“ Gleich bin ich soweit. Ich konzentriere mich etwas darauf, dass mir niemand ansieht, was da gerade geschieht. Vielleicht funktioniert es, aber das ist gar nicht mehr so wichtig. Der Orgasmus kommt und ich lasse mich hineinfallen, als er endlich „jetzt“ sagt. Ein leises Wimmern kann ich dabei nicht unterdrücken. Gleich danach kommt die Scham zurück. Ich habe die Fesselung nicht gelöst.

„Du darfst dich bewegen,“ sagt er knapp. Langsam öffne ich die Augen.

Entwürdigt

Ich krieche auf allen Vieren, wie ein Tier. Nackt. Mit verbundenen Augen. Angeleint. Irgendwo da oben stehst du, mein Herr. Ich spüre, ich ahne deine Anwesenheit. Du bist ganz still. Lässt dir Zeit. Genießt den demütig entwürdigten Anblick, den ich dir biete. Meine Muskeln sind angespannt. Ich habe Angst. Schutzlos ausgeliefert. Ich weiß, du trägst den Anzug, den ich so an dir mag. Eine blasse Erinnerung an ein vergangenes ich. Ich rieche meine Angst und dein After Shave. Ich höre es knacken. Meine Sinne sind geschärft. Adrenalin jagt durch meine Adern. Du bist ganz still. Es macht mich wahnsinnig, doch was spielt das noch für eine Rolle. Ich bin an einem Ort, an dem der Wahnsinn eine Alternative wird.

Du hast den Rohrstock in der Hand. Lässt ihn über meinen Rücken gleiten, meine Schenkel entlang zwischen die Beine. Du sagst nichts, aber das ist auch gar nicht nötig. Mit sanftem Druck führt der Stock in deiner Hand meinen Körper. Du hebst und senkst bis du zufrieden mit meiner Position bist. Ich folge. Der Stock dirigiert mich und ich tanze. Tanze wie eine Puppe an den Fäden, die du ziehst. Du bist ganz still. Warum sagst du nichts, mein Herr. Bitte lass mich deine feste Stimme hören, damit sie mich aus dem Dunkel holt. Es ist Nacht um mich herum geworden. Du bist der Stern, dem ich folge. Auf der Suche nach dem Licht. Ich weiß, es ist da. Ich kann mich daran erinnern. Zu lang her. Zu weit weg. Wer bin ich? Ein Mensch, ein Tier, dein Eigentum. Nichts. Ich löse mich auf und füge mich zusammen. Schön in meiner Demut. Anmutig in meiner Erniedrigung.
Plötzlich macht der Rohrstock eine schnelle Bewegung. Ich zucke. Nichts passiert. Du hast Zeit. Genießt meine Angst. Du streichelst mich mit dem Stock. Ich mag es, wenn du so liebevoll und zärtlich bist. Mit Liebendem Blick siehst du auf mich herab. Mit den gleichen Augen, die meinen Schmerz sehen wollen. Es beruhigt mich zu wissen, dass du da bist. Mir kann nichts passieren, wenn du bei mir bist. Außer der Schmerz. Der Stock schneidet die Luft. Ich höre es. Dann brennende Haut. Manchmal ist die Angst vor dem Schmerz schlimmer als der Schmerz selbst. Du bist ganz still. Der Stock korrigiert meine Position. Es ist demütigend, doch ich folge brav. So willst du mich haben und so bin ich.

Du schlägst mich wieder und wieder. Ich versuche meinen Körper zu halten, wie du es möchtest. Es gelingt nicht immer. Dann ist der Stock da. Ich zucke, krampfe und stöhne in wilden Orgasmen. Oh, süßer, böser Schmerz. Ich ergebe mich. Zwischendurch deutest du den Schlag nur an. Angst und dein Genuss daran. Unser Genuss daran. Es macht mich geil. Kalter Schweiß klebt auf meiner warmen Haut. Ich spüre kleine Tropfen an ihr herabrinnen. Unter mir ist der kühle Boden. Eine Insel der Sicherheit in meinem Flug. Die Welt ist noch da. Du bist ganz still. Ganz still. Mein Fels in der Brandung. Mein Hafen. Heil und Unheil zugleich. Ich mag dieses ruhige, langsame Spiel. Denn es ist mehr als ein Spiel. So viel mehr. Du erziehst mich und ich lasse mich von dir erziehen. Blicke, Gesten, leise Worte. Deine Stimme fehlt mir, mein Herr. Und je mehr ich da hineinwachse, desto leichter und selbstverständlicher wird es. Ich denke gar nicht mehr darüber nach. Folge einfach und ohne Zögern. Dein Wille ist Gebot. Das Spiel wird perfektioniert. Kann nur Ausdruck, nur Folge sein. Von dem was zwischen uns ist. Herr und sklavin. Innig verbunden durch viel mehr als die Leine um meinen Hals. Du behütest mich und ich diene dir. Liebe und leide für dich. Koste diese bitter-süßen Freuden ekstatisch aus.

Der Schmerz trägt mich auf ruhigen Wogen mit sich davon. Ich stöhne und wimmere. Es beruhigt mich, dass du dich davon nicht beirren lässt. Ich drifte immer tiefer, immer weiter in mein lustvolles Leid. Bis ich aufhöre zu denken. Ich existiere nur noch in einem Augenblick. Alles andere um mich herum hört auf zu sein. Du bist ganz still. Schlägst mich nicht mehr. Bitte hör nicht auf. Noch nicht. Der Stock streift sanft meine geschundene Haut. Ich liege erschöpft auf dem Boden vor dir. Keine Kraft für Haltung. Du bist zufrieden. Ich spüre deinen Blick auf mir. Ruhe.

Halsreif

Eine Erinnerung
Ich gehe ins Badezimmer und lasse das Kleidchen an meinem Körper hinuntergleiten. In meiner Nacktheit werde ich mir des Halsbandes bewusst, das ich für meinen Herrn trage. Obwohl ich diese Momente mittlerweile kenne, trifft mich die Erkenntnis immer wieder neu: Es ist nicht mehr mein Körper. Ich kenne ihn, er ist mir vertraut und doch fühlt er sich nun fremd an. Der Ring der O klimpert, als ich in die Dusche steige. Ich gehöre meinem Herrn. Das heiße Wasser tropft an mir herunter. Es fließt in sanfter Liebkosung über mein Gesicht, meinen Hals entlang und über meine Brüste hinunter zwischen meine Schenkel. Ich sehne mich nach seinen Berührungen. Es hat etwas heiliges mich einzuseifen, als würde ich eine Opfergabe für ihre Bestimmung vorbereiten. Ich achte sorgfältig darauf, dass meine Löcher sauber sind. Damit er sie benutzen kann.

Vor einiger Zeit war es nur ein vages Konzept. Eine Sehnsucht. Doch nun entfaltet es langsam einen mächtigen Zauber. Mein Körper ist seins, ich bin seins. Gebunden durch seine Magie, spüre ich Fesseln, die niemand sehen kann. Demut ergreift mich und ich richte mich auf. Er will mich stolz und stark in meiner Erniedrigung, auch wenn er meine Schwäche liebt. Manchmal noch verblasst dieses Gefühl, aber nur um mich dann in seiner Endgültigkeit erneut zu packen. Ich frage mich, was mit mir geschehen wird. Wie weit noch, dieses Gefühl, und damit auch er, von mir Besitz ergreift. Ich ahne, dass es erst der Anfang ist und ich fürchte mich davor. Gleichzeitig aber empfinde ich eine bedingungslose Bereitschaft, die meine Angst augenblicklich wieder verschwinden lässt.

Das Halsband liegt schwer um meinen Hals. Der Ring der O klimpert bei jeder Bewegung. Ich bin seine sklavin. Es liegt nun bei ihm, was mit mir und meinem Körper geschieht. Ich diene ihm voller Hingabe, Lust, Demut und Liebe. Dankbar für all das, was nur er mir zu schenken im Stande ist. Ich kann wünschen und hoffen, aber nicht mehr wollen. Denn das liegt allein bei ihm, bei meinem Herrn.

Devot

Er ist immer bei mir. Gerade sitze ich in der Bahn. Es ist morgens und Müdigkeit sitzt noch in meinen Gliedern. Ich trage Unterwäsche, weil er es mir erlaubt hat. Die schwarze Spitze auf meiner Haut fühlt sich warm und weich an. Sie bringt mich dazu an ihn zu denken und lässt mich die Menschen um mich herum vergessen. Vor meinem inneren Auge spielt sich ein Film ab, in dem er die Hauptrolle besetzt. Demut durchströmt mich heiß und schwer. Wieder einmal wird mir klar, dass ich ihm mit jeder Faser meines Selbst gehöre.

Es fühlt sich so natürlich, so richtig an. Manchmal vergesse ich sogar, dass es seine Ketten sind, die ich trage. Denn ich trage sie aus freien Stücken und mit Stolz. Selbst wenn er physisch nicht bei mir ist, spüre ich seine Macht über mich. Mein freier Wille hört genau dort auf, wo seine Regeln beginnen. Doch ich empfinde es nicht als Zwang, sondern als Freiheit. Ich fürchte auch keine Strafe. Er kann alles mit mir machen. Ich genieße den Schmerz, den er mir zufügt. Ich genieße seine Erniedrigungen. Manchmal will er mich leiden sehen. Ich glaube er mag es, wenn ich für ihn leide und mein Leid aus Hingabe akzeptiere. Manchmal will er mir einfach nur meinen Platz zeigen. Mich daran erinnern, wo ich hingehöre. All das ist gut und wichtig für uns. Ich gehorche und finde Ruhe und Geborgenheit in meiner Demut.

Die schlimmste Strafe ist allein seine Enttäuschung. Sie erfüllt mich mit Scham, denn mein Wunsch ist es, meinem Herrn eine gute sklavin zu sein. Deswegen reichen ein Blick, ein leises Wort oder eine kleine Geste von ihm, um mich in die Schranken zu weisen. Das ist meine Art devot zu sein. Das ist meine Art, mich meinem Herrn hinzugeben.

Mittlerweile ist es undenkbar für mich, ihm zu widersprechen. Mittlerweile habe ich begriffen, dass das ich selbst bin. So wie ich immer war und immer sein werde. Ich habe nur auf ihn gewartet, auf seinen Kuss aus Schmerz und Liebe, der mich weckt und mir zeigt, wer ich wirklich bin. Was ich wirklich bin: sein Eigentum, seine sklavin, seine Dienerin.

Meine Angst ist deine Macht

Ich knie vor dir. Ängstlich wartend. Erregt hoffend. Mein Blick bleibt gesenkt, bis du mit deiner starken Hand mein Gesicht zu dir erhebst. Deine Augen leuchten gierig. Ich weiß, dass du mich gleich nehmen wirst. Beobachte dich dabei, wie du mich betrachtest. Du kannst mit mir machen, was du willst. Ich gehöre dir und diene deinem Verlangen. Es macht mich immer ein wenig unsicher, obwohl es mir so sehr gefällt.

Vielleicht möchtest du mir heute weh tun. Vielleicht möchtest du mich auch nur mit meiner Lust quälen, von einem Orgasmus in den nächsten treiben. Vielleicht möchtest du mich Demütigen. Es liegt allein bei dir, was mit mir geschieht. Ich bin dein Eigentum. Gefügig beuge ich mich deinem Willen. Ich weiß nicht, was du heute mit mir vorhast. Ich fürchte mich davor und sehne mich danach. Erneut senke ich meinen Blick vor dir. Meine Hände sind durch dein Wort hinter meinem Rücken gebunden. Ich löse sie erst, als du es forderst. So gehört es sich für eine Kajira.

Du holst die Manschetten hervor und ich reiche dir langsam, aber ohne jedes Zögern, meine Hände. Ich sehe gerne dabei zu, wie du mich fesselst. Es ist ein Ritual, durch das ich mich vollkommen in deine Macht begebe. Freiwillig überantworte ich dir meinen Körper. Du bist wunderschön. So stark und voll maskuliner Kraft. Du lächelst mich siegessicher an, während du mich nach hinten drückst, um mich an das Bett zu binden. Nun bin ich dir ausgeliefert. Deiner Lust, deinem Willen, deinen Händen, deinem Schwanz.

Ich liege zuckend und stöhnend unter dir. Gebe mich bereitwillig jeder deiner Berührungen hin, empfange dich und den Schmerz, den du mir schenkst. Ich möchte mich gegen ihn wehren, doch er macht mich geil. Trägt mich mit sich davon in einen besinnungslosen Rausch. Du ohrfeigst mich, während du heftig in mich eindringst. Es gefällt dir, mich zusammenzucken zu sehen. Meine Angst ist deine Macht. Ich fühle mich schwach und in meiner Schwäche ergreifst du Besitz von mir. Nimm mich, geliebter Herr. Bis du genug von mir hast und ich dankbar in deinen liebenden Armen einschlafen darf. Nimm mich und erlöse mich von dem Verlangen, dass du in mir weckst. Ich gehöre dir allein.