Aftercare

BDSM beinhaltet immer ein Spiel mit Grenzen. Es kann gut gehen, es kann aber auch schief laufen. Das ist nicht ungewöhnlich und im Prinzip Tagesordnung. Doch viele glauben, dass es nur die Bottoms betrifft. Diese Annahme ist ebenso falsch, wie gefährlich. Was, wenn Top sich mit einer Situation konfrontiert sieht, der er sich nicht gewachsen fühlt? Wie geht er damit um? Ich kenne einige Herren, denen genau das widerfahren ist. Das Problem ist, dass der Aktive zu jederzeit die Kontrolle über sich selbst, die Sub und natürlich die Situation behalten muss. Ansonsten kann es zu schlimmen physischen als auch psychischen Folgen kommen. Es kann auch passieren, dass durch die falsche Handhabung einer Situation, das Vertrauensverhältnis nachhaltig beeinträchtig wird. All das gilt es zu vermeiden.
Ich bin ein großer Fan davon, dass Sub notfalls in der Lage ist, sich selbst aufzufangen. Es ist nicht ihr Job, aber zwingend erforderlich. Schöner ist es natürlich, wenn ihr Top das leistet. Doch auch er ist nur ein Mensch und kann sich mal überschätzen – auch wenn er bestrebt sein sollte, das zu vermeiden. Dieser Leitfaden soll für beide Seiten Gefahren aufzeigen und einen möglichen Umgang damit verdeutlichen.

Wenn Aftercare nicht mehr möglich ist

Es ist nicht immer vorher klar, wo tatsächliche Grenzen liegen. Die menschliche Psyche ist komplex und so kann an jeder Ecke ein Stolperstein liegen, über den ein Herr fallen kann. Eine Bekannte hat ihrem Spielpartner vor einiger Zeit einen Arm gebrochen, als er eine ihrer Grenzen durch Zufall entdeckt hat. Das ist natürlich ein Extremfall und kommt zum Glück selten vor. Es ist das Wurst-Käse-Szenario: der Top hatte weder die Kontrolle über die Situation, noch über sich selbst, noch über die Sub. Aftercare bringt hier rein gar nichts mehr. Was im Detail geschehen ist, spielt keine Rolle. Er könnte jetzt sagen, sie sei verrückt und hätte ein Problem. Wahrscheinlich hätte er damit sogar Recht, doch das mindert sein eigenes Versagen nicht im Geringsten. Schuldzuweisungen sind an der Stelle dennoch komplett falsch. Das ist das Risiko von BDSM und dem Spiel mit Grenzen. Darüber muss sich jeder im Klaren sein, der sich darauf einlässt. In der Regel ist es halt nur nicht so krass.

Aftercare ist Priorität

Üblicherweise läuft es harmloser ab: Bottom stürzt ab, fängt an zu weinen und es geht scheinbar nichts mehr. Das ist nicht ungewöhnlich und kann bei jeder Session geschehen. Gemeinsam können beide schauen, ob eine Pause reicht oder ob der Abend besser Arm in Arm vor dem Fernseher verbracht werden sollte. Es ist jedoch auch möglich, das Sub plötzlich nicht mehr ansprechbar ist, oder hysterisch wird. Das passiert sogar recht häufig. Spielpartner haben da natürlich einen anderen Umgang als richtige Partner. In beiden Fällen gilt: Aftercare hat Priorität! Das könnt ihr tun:

Das kann der Top machen

Lieber Top, du hast eine Neigung, die mit sehr viel Verantwortung einhergeht. Bitte sei dir dessen bewusst. Manche glauben, sie seien dominant, weil sie Befehle bellen (Faustregel für die unerfahrene Sub: Je lauter sie brüllen, desto weniger dürft ihr euch auf sie einlassen…). Dominanz hat etwas mit Kontrolle, Feingefühl und Verantwortungsbewusstsein zu tun. Das sind die Fähigkeiten, die ein Herr bei sich selbst pflegen und fördern sollte. Das ist die Basis, die ihn befähigt mit Grenzen zu spielen.

Kontrolle ist Sache des Herrn

Es gibt Spielarten, die das nicht ganz ermöglichen. Wenn du etwas machen möchtest, musst du dich vorher über die Risiken informieren. Als Beispiel gibt es Fesselungen, durch die Bottom sich bei Bewegungen selbst stranguliert. Geiles Kopfkino (für mich), doch sehr schwierig. Ich kenne keinen Top, der sich darauf einlassen würde. Aus dem einfachen Grund, dass es etwas ist, was sie nicht kontrollieren können. Ein Herr gibt keine Kontrolle ab 😉

Ein guter Top ist emphatisch

Beherrscht du diesen Punkt, benötigst du Feingefühl. Eine Session ist etwas sehr intimes. Ganz gleich, ob es nur ein einmaliges Spiel ist, oder innerhalb einer langfristigen Beziehung stattfindet. Es geht um Vertrauen und den Austausch von Macht. Willst du diese Macht über ein anderes Leben haben, musst du die Verantwortung dafür tragen können. Halte Körper- und Blickkontakt. Schlägst du sie von hinten, geh zwischendurch vor sie und schau ihr für einen Moment in die Augen. Sind sie geschlossen, bitte Sub sie zu öffnen und mach erst weiter, wenn du siehst, dass alles gut ist. Reagiert sie? Ist ihr Blick klar? Kreislauf stabil? Ist sie ansprechbar? Du musst darauf achten! Außerdem macht es das Spiel schöner, intensiver und wertvoller 😉

Übernimm Verantwortung

Du behältst die Kontrolle und stellst es durch Empathie sicher? Okay, dann bist du schon ganz gut. Jetzt musst du noch das mit der Verantwortung hinbekommen. Selbst, wenn du alles richtig gemacht hast, kann etwas schief laufen. Wichtigste Regel: Ruhe bewahren! Es reicht, wenn einer die Nerven verliert. Brich das Spiel ab, hol ein Glas Wasser, umarme sie, streichle sie. Sollte sie nicht mehr reagieren, Vitalwerte überprüfen. Im Zweifel Krankenwagen rufen. Jetzt ist Nähe wichtig. Wenn sie dich wegstößt, respektiere das und gib ihr zu verstehen, dass du da bist, wenn sie es möchte. Nimm nichts persönlich. Deine Ruhe wird irgendwann auf sie übergreifen. Wenn du dich überfordert fühlst, reiß dich zusammen. Sie fühlt sich nicht besser und ihr müsst das gemeinsam ausbaden. Das hast du hingenommen, als du dich darauf eingelassen hast. Solltest du Termine haben, verschiebe sie. Das Fass, das du geöffnet hast, musst auch du wieder schließen.
Es kann Situationen geben, in denen du an deine Grenzen gerätst. Obwohl du alles richtig machen wolltest, konntest du das nicht. Ist das Kind erst in den Brunnen gefallen, redet miteinander. Sobald es eben geht. Ganz in Ruhe. Du bist auch nur ein Mensch, vergiss das nicht 😉

Das kann Sub machen

Ich gebe gern Verantwortung ab. Das ist einer der Vorteile am Sklavin-Sein. Manche verfallen jedoch in den Irrglauben, sie hätten auf passiver Seite gar keine Verantwortung mehr. Es tut mir Leid dich enttäuschen zu müssen – du trägst eine Menge Verantwortung. Zunächst für das Wohlbefinden deines Herrn. Es ist die Pflicht einer Sklavin dafür zu sorgen. Doch gerade meine ich nicht das ;-P Auch für dich selbst solltest du Verantwortung tragen können. Es kann sein, dass du an ein Arschloch gerätst. Dann musst du rechtzeitig die Reißleine ziehen können. Suche dir andere Submissive, mit denen du dich austauschst.

Vorsorge ist manchmal besser als Nachsorge

Augen auf bei der Wahl des Partners. Lasse dich nur auf ein Spiel mit jemandem ein, den du schon kennst. Das erste Treffen sollte an einem öffentlichen Ort stattfinden. Bevor du dich allein mit jemandem triffst, lass dich covern. Du brauchst seinen vollen Namen, seine Telefonnummer und seine Anschrift. Natürlich auch die Anschrift von dem Ort, an dem ihr euch trefft. Vereinbare mit einer Freundin ein Codewort dafür, dass alles gut ist. Zu einem verabredeten Zeitpunkt ruft sie dich an und wenn du nicht das richtige Wort sagst, informiert sie die Polizei.

Kommunikation ist alles

Rede mit deinem Top. Sag ihm, wenn sich etwas komisch oder nicht gut anfühlt. Es kann sein, dass er darüber hinweggeht und im besten Fall weiß er dann genau, was er da gerade macht. Trotzdem ist es wichtig, da er nicht immer in dich hineinschauen kann. Auch wenn er es versucht, er ist nur ein Mensch und kann Fehler machen. Manchmal reicht es schon, ihm hinterher zu sagen, dass etwas nicht ganz okay für dich war. Im Zweifel musst du das entscheiden. Vereinbart im Vorfeld, wie ihr damit und mit Notfällen umgeht.

Aftercare ist nicht nur Sache des Tops

Entweder will er dich nicht auffangen, oder er kann es nicht. In beiden Fällen, musst du für dich selbst sorgen können. Weine, wenn nötig und rede mit ihm, wenn er da ist. Brauchst du Abstand, oder brauchst du Nähe? Fühl in dich hinein und finde heraus, was dir gerade gut tut. Sei dir im Klaren darüber, dass du gerade in einer Extremsituation bist und du eventuell anders reagierst als sonst. Trink einen Schluck Wasser und atme tief durch. Rede mit ihm über das, was du brauchst. Ist er ein guter Top, wird er darauf eingehen.
Ist etwas schief gelaufen und die Wogen sind geglättet, redet ganz in Ruhe miteinander. Verarbeitet die Situation gemeinsam und trefft Vorsorge für das nächste Mal. Es ist ganz normal, dass sowas geschieht. Ihr müsst nur damit umgehen können.

 

Der Rohrstock und ich

Dieses Erlebnis ist etwas über ein Jahr her. Es ist meine erste Züchtigung, die mir meine masochistische Veranlagung bewiesen hat. Wenn ich es lese, werde ich immer etwas sentimental. Meine Erfahrungen kommen mir in den Sinn und die Entwicklung, die ich als Sklavin durchgemacht habe. Ich habe mich so verändert und doch sehe ich in den Worten die Wurzeln der Frau, die ich heute bin. Nach diesem Ereignis habe ich meinen ersten Text über BDSM geschrieben, um das Erlebte zu verarbeiten. Er ist der Grundstein, auf dem dieser Blog ruht und deswegen möchte ich ihn mit dir teilen. Außerdem kommt er in dem Manuskript zu meinem BDSM-Roman vor, den ich bis Ende des Jahres veröffentlichen werde. Es ist eine teilweise autobiographische Geschichte über die Entwicklung zur TPE-Sklavin.

Der Rohrstock und mein erster Flug

Er steht vor mir. Mit dem Rohrstock in der Hand. Sieht auf mich herab, wie ich auf dem Sofa vor ihm knie. Ich habe Angst und er weiß es. Den Schmerz, der gleich auf mich zukommt, kenne ich nicht. Es soll sehr wehtun. Ich glaube nicht, dass ich besonders masochistisch veranlagt bin. Er befiehlt mir kühl, meine Strumpfhose runter zu ziehen, damit er mich besser schlagen kann. Natürlich soll ich es selbst machen. In dem Bewusstsein, was auf mich zukommt. Die Erniedrigung provoziert mich und macht mich etwas trotzig. Ich zögere einen Moment, aber gehorche schließlich. Als ich mich für ihn langsam entblöße, blicke ich ihm in die Augen. Er soll meine Verunsicherung und die Wut sehen. Das ist mein Geschenk an ihn.

Er wirkt unheimlich stark, ich fühle eine tiefe Demut. Gleich werde ich mich ihm hingeben, den Schmerz ertragen. Ich soll mich umdrehen und füge mich seinem Befehl. Nach ein paar Schlägen mit der flachen Hand spüre ich den Rohrstock das erste Mal. Es tut wirklich weh. Es ist kein dumpfer Schmerz, sondern ein heißer und brennender. Mein Körper spannt sich vor Angst an. Erst durch den nächsten Schlag wird er erlöst – nur um sich sofort wieder zu verkrampfen. Der Moment, in dem der Schmerz einsetzt, lässt mich erstarren. Das Atmen fällt mir schwer.

Ich versuche zu entspannen, denn das macht es leichter. Wenn eine kurze Zeit zwischen den Schlägen liegt, erholt sich das strapazierte Gewebe etwas und ich kann mich auf den eintreffenden Reiz vorbereiten. Schlimm sind die kurzen schnellen Schläge auf eine Stelle. Es brennt wie Feuer und zieht dann durch den ganzen Körper. Es tut so weh, dass ich richtig sauer werde. Doch das hilft mir leider nicht. Er lässt sich zwischen den Schlägen wieder kurze Augenblicke Zeit und ich kann mich ein wenig sammeln. Es macht mich geil auf den nächsten Treffer zu warten. Wann wird er kommen? Wo wird er landen? Es ist eine süße Angst, die ich ganz auskoste. Ich mag die heftigeren Schläge im längeren Intervall sehr. Als es beim nächsten Mal wieder kurz und schnell wird, bleibt mir die Luft zum Atmen weg. Auf das, was danach kommt, bin ich nicht vorbereitet…

Eine heiße Welle durchströmt meinen Körper und ich fange an zu schwitzen. Ich habe das Gefühl mein Körper löst sich auf, fühle mich leicht und unglaublich frei. Ich will mehr. Alles andere verliert an Bedeutung. Es gibt nur noch ihn und mich und den Rohrstock. Dieses böse kleine Instrument, das ich zu hassen beginne. Jede Schmerzwelle trägt mich noch weiter mit sich davon. Ich habe Angst und sehne mich danach. Will keine Schmerzen mehr, aber möchte auch nicht, dass es aufhört. Ich versuche mich zu konzentrieren, das Gefühl zu kanalisieren. Ich muss auf meine Atmung achten. Richtig atmen hilft, aber es tut so weh. Mein Körper reagiert auf die Schläge, er windet sich unter ihnen, verkrampft und zuckt. Irgendwie schaffe ich es mich immer wieder aufzurichten, um mich meinem Herrn zu präsentieren. Haltung bewahren wird eine gute Übung für die Zukunft. Und richtig atmen.

Seine Finger in mir treiben mich noch weiter in meiner Ekstase an. Mein Fötzchen ist ein bisschen wund von der Dehnung gestern. Wobei nicht wirklich wund, nur um ein vielfaches empfindlicher. Es ist geil. Ich weiß nicht, ob ich es noch länger aushalte, aber ich will es unbedingt. Er erlaubt mir zu kommen. Lieber böser Herr. Der Schmerz hält den Orgasmus nur kurz zurück und dann explodiere ich. Es ist der Wahnsinn. Intensiver als alles, was ich bisher kannte. Mein Körper zittert unkontrolliert. Ich weiß nicht mehr, ob mir heiß oder kalt ist. Im Wechsel zwischen Hitze und Kälte, bekomme ich Gänsehaut.

Wir hören erst auf, als er es sagt. Warum hört er auf…!? Ich will nicht, dass er aufhört. Oder will ich es doch? Ich weiß es nicht, denn ich kann nicht mehr denken. Das muss ich auch nicht. Nicht jetzt. Ich spüre wieder diese unglaubliche Demut. Er blickt auf mich herab und hält mir seine Hand hin. Das haben wir noch nicht gemacht, aber intuitiv weiß ich, ich soll die Hand küssen, die mich schlägt. Er braucht selten viele Worte, um mir zu zeigen, was er von mir erwartet. Ich hasse ihn für seine stille Art mich zu erniedrigen. Sie ist viel schlimmer als jedes böse Wort. Unmissverständlich. Es macht mich wahnsinnig wütend und deswegen liebe ich ihn so sehr. Es ist einer der Gründe, warum gerade er diesen Zugang zu mir hat. Ich werde mich nach und nach von ihm konditionieren lassen, ohne sein Ziel zu kennen. Ich denke nicht, dass ich abschätzen kann, was er mit mir vor hat. Die Motte fliegt zum Licht.

Die Züchtigung hat einen heftigen Effekt auf mich, obwohl ich sie freiwillig ertragen habe. Mein Respekt vor ihm ist gewachsen, Demut durchströmt jede Faser meines Körpers. Er hat das Recht mich zu schlagen und er wird es nutzen. Es ist ein Unterschied es einfach nur zu wissen, oder es bereits gespürt zu haben. Ich fühle mich schwach, verletzlich und ausgeliefert. Vielleicht hat es mir bewusst gemacht, dass ich von seinem Willen abhängig bin. Mehr noch als zuvor. Trotzdem bin ich auch stolz. Ich habe es ertragen, obwohl ich Angst hatte. Für ihn. In meiner Schwäche fühle ich mich seltsam stark und würdevoll.

Ich finde, ich hab mein erstes Mal Rohrstock sehr gut gemacht. Es war auch nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Es ist nur ein merkwürdiges Gefühl, dass es mich so erregt hat. Eigentlich will ich Schmerz nicht mögen und das mache ich auch nicht wirklich. Nur die Reaktion meines Körpers darauf. Gerade habe ich einen Punkt in mir entdeckt, den ich überschreiten muss, damit es schön wird. Kurz davor ist es sogar am Schlimmsten. So wie die dunkelste Stunde des Tages kurz vor Morgengrauen ist. Danach erträgt der Körper viel mehr. Es erfordert ein bisschen Selbstbeherrschung und Mut, um dorthin zu gelangen, aber es lohnt sich.

Eine Weile steht er einfach nur da. Dann legt er den Rohrstock beiseite. Dabei lässt er mich keine Sekunde aus den Augen. Ich bin noch zu verwirrt, um etwas sagen zu können. Langsam setzt er sich zu mir auf die Couch und ich schmiege mich in seine Arme. Es tut gut seine Nähe zu spüren. Er gibt mir Schmerz und er gibt mir Geborgenheit.
„Na, meine Kleine, wie hat es dir gefallen?“
„Das weiß ich noch nicht“, nuschele ich in sein Hemd. In Wahrheit liebe ich es. Das möchte ich aber jetzt nicht zugeben.
„Du bist bestimmt vorsichtig gewesen“, überlege ich laut. Er nickt.
„Ein bisschen, aber nicht allzu sehr. Ich habe an deiner Reaktion gesehen, dass du mehr verträgst. Hast du nicht gerade noch erzählt, du seist nicht maso? Das solltest du nochmal überdenken. Ich glaube, da schlummert sehr viel mehr in dir.“ Er lacht warm und wissend.
Ich weiß, dass er Recht hat. Trotzdem habe ich Angst. Ob die Motte ahnt, dass sie sich ihre Flügel verbrennen wird?

Bemerkenswert

Der Plug und die Sklavin

Der Schmerz jagt durch meinen Körper. Ich habe das Gefühl es zerreißt mich. Seine Hand liegt auf meinem Rücken. An der beginnenden Wölbung zu meinem Po. Mit sanftem Druck hält er meinen Körper in Position. Leise Worte dringen wie durch einen dichten Nebel in meine Ohren. Ich verstehe die Bedeutung nicht. Mein Arsch ist schon ganz wund von dem kleinen Plug, den ich den Tag über getragen habe. Das bin ich nicht gewohnt und nun kommt auch noch der Große. Er ist fünfzehn Zentimeter lang und vier breit. Das ist nicht viel, aber ich bin eng. Langsam schiebt er ihn immer tiefer. Es tut weh, doch er wird weitermachen. Beruhigend spricht er auf mich ein. Ich fühle mich wie ein Haustier, das gezwungen ist, die unangenehme Behandlung seines liebevollen Besitzers über sich ergehen zu lassen. Es erregt mich.

Mir muss nicht alles gefallen, was mit mir geschieht. Mein Körper gehört ihm und dient seiner Lust. Er wird damit tun, was auch immer er will. Was ich möchte, spielt keine Rolle. Also versuche ich mich zu entspannen. Das ist gar nicht so leicht, wenn man Angst hat. Mir bleibt keine Wahl. Auf Armen und Knien abgestützt, hocke ich nackt vor ihm. Er ist noch angezogen. Das allein ist schon erniedrigend und damit Ausdruck des Machtgefälles zwischen uns. Ich liebe es nackt vor meinem Herrn zu kriechen. Den Schmerz dulde ich bereitwillig und kämpfe gleichzeitig gegen den Drang an, mich ihm zu entziehen. Beinahe schaffe ich es, doch dann verliere ich die Kontrolle und winde mich auf dem Bett. Ich bin eine schlechte Sklavin. In meiner Enttäuschung über mich selbst wimmere ich leise. Dann richte ich mich wieder auf, damit er weitermachen kann. Er ist der Herr. Ich habe dafür zu sorgen, dass ich benutzbar bin. Tiefe Dankbarkeit für seine Geduld erfüllt mich. Er könnte grober, er könnte rücksichtsloser sein. Er hat die Macht, es ist sein Recht.

Behutsam beginnt er von Neuem den Plug einzuführen. Er dreht ihn, um das enge Loch zu dehnen. Ein kurzer, heftiger Schmerz und es gehorcht. Das böse Ding gleitet tiefer in mich hinein, aber ganz ist es noch nicht geschafft. Es entlockt mir ein leidvolles Stöhnen. Danach wird der Schmerz erträglicher und ich konzentriere mich brav darauf, entspannt zu bleiben. Für ihn ebenso, wie für mich selbst. Wenn ich jetzt verkrampfe, dann wird es richtig weh tun. Seine Stimme leitet mich durch meine Angst.
„Ja, gut. Gleich hast du es geschafft. Er ist fast drin.“ Flüstert er mir ins Ohr. Ich spüre seinen Atem in meinem Nacken, seine starke Hand auf meinem Rücken. Der Plug dreht sich noch ein paar Mal und flutscht schließlich mit der breitesten Stelle in meinen Arsch. Ich stöhne laut auf, ohne mir sicher zu sein, ob vor Erregung oder vor Schmerz. Das darauf folgende Lob erfüllt mich mit Stolz. Ich bin eine gute Sklavin und er ist ein guter Herr, denn er lässt mich nicht unnötig leiden. Er macht es mir leicht, gehorsam zu sein. Obwohl er so viel brutaler sein könnte.

Nachdem ich mich auf den Rücken gedreht habe, spreize ich meine Beine weit und beginne, an meinem Kitzler zu spielen. Natürlich frage ich vorher. Ich darf mich nicht ohne Erlaubnis selbst berühren. Von dem Plug führt ein Schlauch zur Hand meines Herrn. Dort befindet sich die Pumpe. Von oben herab lächelt er mich an und drückt zu. Eins. Der Plug in mir dehnt sich aus. Zwei. Ich spüre, wie ich enger werde. Drei. Noch ein Stöhnen dringt über meine Lippen. Mein Fötzchen ist schon ganz feucht. Er legt den Schlauch aufs Bett und steht auf. Dabei bleibt sein Blick auf mich gerichtet. Er wirkt wie ein mächtiges Raubtier, das im Begriff ist seine Beute zu reißen. Ich höre, wie sich ein Gürtel löst und eine Hose aufgeht. Meine Augen sind nur kurz geschlossen. Jetzt sind sie wieder geöffnet und auf ihn fixiert. Sehnsuchtsvoll ziehe ich meine Schamlippen auseinander, um mich ihm zu präsentieren. Nun liege ich offen vor ihm, um ihn zu empfangen und in mir aufzunehmen. Falls dort noch Platz ist.

Er gleitet zwischen meine Schenkel und presst sie weiter auseinander. Dann dringt sein harter Schwanz in mich ein. Ich sehe ihn die ganze Zeit an. Er soll wissen, was es mit mir macht, in meine Seele schauen, während ich mich ihm hingebe. Vollkommen freiwillig lässt sich die Beute erlegen. Vier. Es pulsiert heiß in mir, während er tiefer in mich dringt. Er stößt gierig zu. Seine Augen leuchten und die Wärme in ihnen weicht einer kühlen Härte. Der Sadist in ihm will mich nehmen, mich benutzen, sich an mir befriedigen. Fünf. Wie viele Zentimeter der Plug jetzt wohl hat? Er füllt meinen engen Arsch ganz aus. Vollkommen gestopft liege ich vor dem bösen Prinzen. Ich bin ihm hilflos ausgeliefert.
„Bitte nicht noch mehr. Ich weiß nicht, ob ich das kann“, flüstere ich ergeben „bitte.“
Er grinst mich an. Der sechste Luftstoß bringt mich etwas zum Jammern. Dann legt er die Pumpe beiseite und fickt mich heftig.

Entwürdigt

Ich krieche auf allen Vieren, wie ein Tier. Nackt. Mit verbundenen Augen. Angeleint. Irgendwo da oben stehst du, mein Herr. Ich spüre, ich ahne deine Anwesenheit. Du bist ganz still. Lässt dir Zeit. Genießt den demütig entwürdigten Anblick, den ich dir biete. Meine Muskeln sind angespannt. Ich habe Angst. Schutzlos ausgeliefert. Ich weiß, du trägst den Anzug, den ich so an dir mag. Eine blasse Erinnerung an ein vergangenes ich. Ich rieche meine Angst und dein After Shave. Ich höre es knacken. Meine Sinne sind geschärft. Adrenalin jagt durch meine Adern. Du bist ganz still. Es macht mich wahnsinnig, doch was spielt das noch für eine Rolle. Ich bin an einem Ort, an dem der Wahnsinn eine Alternative wird.

Du hast den Rohrstock in der Hand. Lässt ihn über meinen Rücken gleiten, meine Schenkel entlang zwischen die Beine. Du sagst nichts, aber das ist auch gar nicht nötig. Mit sanftem Druck führt der Stock in deiner Hand meinen Körper. Du hebst und senkst bis du zufrieden mit meiner Position bist. Ich folge. Der Stock dirigiert mich und ich tanze. Tanze wie eine Puppe an den Fäden, die du ziehst. Du bist ganz still. Warum sagst du nichts, mein Herr. Bitte lass mich deine feste Stimme hören, damit sie mich aus dem Dunkel holt. Es ist Nacht um mich herum geworden. Du bist der Stern, dem ich folge. Auf der Suche nach dem Licht. Ich weiß, es ist da. Ich kann mich daran erinnern. Zu lang her. Zu weit weg. Wer bin ich? Ein Mensch, ein Tier, dein Eigentum. Nichts. Ich löse mich auf und füge mich zusammen. Schön in meiner Demut. Anmutig in meiner Erniedrigung.
Plötzlich macht der Rohrstock eine schnelle Bewegung. Ich zucke. Nichts passiert. Du hast Zeit. Genießt meine Angst. Du streichelst mich mit dem Stock. Ich mag es, wenn du so liebevoll und zärtlich bist. Mit Liebendem Blick siehst du auf mich herab. Mit den gleichen Augen, die meinen Schmerz sehen wollen. Es beruhigt mich zu wissen, dass du da bist. Mir kann nichts passieren, wenn du bei mir bist. Außer der Schmerz. Der Stock schneidet die Luft. Ich höre es. Dann brennende Haut. Manchmal ist die Angst vor dem Schmerz schlimmer als der Schmerz selbst. Du bist ganz still. Der Stock korrigiert meine Position. Es ist demütigend, doch ich folge brav. So willst du mich haben und so bin ich.

Du schlägst mich wieder und wieder. Ich versuche meinen Körper zu halten, wie du es möchtest. Es gelingt nicht immer. Dann ist der Stock da. Ich zucke, krampfe und stöhne in wilden Orgasmen. Oh, süßer, böser Schmerz. Ich ergebe mich. Zwischendurch deutest du den Schlag nur an. Angst und dein Genuss daran. Unser Genuss daran. Es macht mich geil. Kalter Schweiß klebt auf meiner warmen Haut. Ich spüre kleine Tropfen an ihr herabrinnen. Unter mir ist der kühle Boden. Eine Insel der Sicherheit in meinem Flug. Die Welt ist noch da. Du bist ganz still. Ganz still. Mein Fels in der Brandung. Mein Hafen. Heil und Unheil zugleich. Ich mag dieses ruhige, langsame Spiel. Denn es ist mehr als ein Spiel. So viel mehr. Du erziehst mich und ich lasse mich von dir erziehen. Blicke, Gesten, leise Worte. Deine Stimme fehlt mir, mein Herr. Und je mehr ich da hineinwachse, desto leichter und selbstverständlicher wird es. Ich denke gar nicht mehr darüber nach. Folge einfach und ohne Zögern. Dein Wille ist Gebot. Das Spiel wird perfektioniert. Kann nur Ausdruck, nur Folge sein. Von dem was zwischen uns ist. Herr und sklavin. Innig verbunden durch viel mehr als die Leine um meinen Hals. Du behütest mich und ich diene dir. Liebe und leide für dich. Koste diese bitter-süßen Freuden ekstatisch aus.

Der Schmerz trägt mich auf ruhigen Wogen mit sich davon. Ich stöhne und wimmere. Es beruhigt mich, dass du dich davon nicht beirren lässt. Ich drifte immer tiefer, immer weiter in mein lustvolles Leid. Bis ich aufhöre zu denken. Ich existiere nur noch in einem Augenblick. Alles andere um mich herum hört auf zu sein. Du bist ganz still. Schlägst mich nicht mehr. Bitte hör nicht auf. Noch nicht. Der Stock streift sanft meine geschundene Haut. Ich liege erschöpft auf dem Boden vor dir. Keine Kraft für Haltung. Du bist zufrieden. Ich spüre deinen Blick auf mir. Ruhe.