Stilles Leid.

Der Knebel ist so groß. Viel zu groß für meinen kleinen Mund. Unerbittlich reißt er ihn auf, doch Sprechen kann ich nicht. Da ist kaum Platz für meine Zunge und die braucht man ja schließlich, um sich deutlich zu artikulieren. Ich bringe jetzt nichtmal mehr undeutliche Worte hervor. Es ist anstrengend, den Knebel zu tragen. Der Schmerz hat zwar mittlerweile etwas nachgelassen, aber dieses Gefühl ist trügerisch. Ich weiß, dass er umso heftiger wird, wenn du ihn mir abnimmst. Wenn die Gelenke und Muskeln wieder in ihre natürliche Position finden müssen. Das ist aber gar nicht das Schlimme. Das Schlimme ist die Anstrengung der ungewohnten Haltung meines Gesichtes. Nur ein leichtes Ziehen. Nicht wirklich schmerzhaft, aber allgegenwärtig. Es zehrt an meiner Widerstandskraft.
Ich versuche mich daran zu gewöhnen, denn es bleibt mir nichts anderes übrig. Ich weiß nicht, wann du mir dieses böse Ding wieder abnehmen wirst. Verkrampfen, sich dagegen wehren, macht es nur schlimmer. Ich muss mich damit abfinden. Also spiele ich mit den Muskeln, die ich noch kontrollieren kann. Entspanne sie, lasse locker. Der Ball in meinem Mund gibt etwas nach, aber wenn ich reinbeiße, um den Kiefer zu entlasten, muss ich wertvolle Kraft aufwenden. Kraft, die ich für das brauche, was du mit mir vorhast. Ein bisschen hilft es trotzdem. Nur kurz. Etwas Erleichterung für den Moment, bevor ich den Knebel wieder an mir reißen lasse. Die perfekte Haltung habe ich wohl noch nicht gefunden und egal, was ich mache, der große Ball bleibt da. Drängt sich in mein Bewusstsein und lässt mich meine Unterlegenheit spüren.
Mein Schwert, das Wort, ist stumpf, wenn ich es nicht nutzen kann. Es macht mich ein wenig wütend, dass du es mir genommen hast. Ich möchte nicht, dass du das in meinen Augen siehst. Es würde dir zu viel Spaß machen, damit zu spielen. So gut meine ich, dich schon zu kennen. Und ich bin gerade nicht in der richtigen Position, um dich zu provozieren. Ich habe nicht oft Respekt davor, was jemand mit mir tun könnte, wenn ich mich falsch verhalte. Bei dir schon. Das muss an dem Knebel liegen, der meine Kräfte fordert. Wenn er doch nur nicht so groß wäre. Wenn ich doch nur eine Position finden könnte, die etwas Entspannung erlaubt.
Fast unerträglicher als das Ding in meinem Mund, ist meine Geilheit. Ich spüre die Nässe zwischen meinen Schenkeln. Wie sie an mir hinabläuft. So wie die Spucke, die sich in meinem Mund gesammelt hat. Überall tropfe ich. Säfte laufen ungehemmt und unkontrolliert aus mir heraus. Vage erinnere ich mich daran, dass sich das nicht gehört. Doch diese Regeln gelten jetzt nicht mehr für mich. Hier gelten deine Regeln und du magst es, mich so zu sehen. Ich vergesse meine Scham. Verliere mich in dem Leuchten deiner Augen, die meinen entmenschlichten Anblick in sich aufzusaugen scheinen.
Ich habe keine Kontrolle mehr über meinen Körper. Du hast sie mir genommen. Der Knebel spreizt meinen Mund. Spucke läuft an meinem Kinn hinab. Lust kontrolliert meinen Verstand. Die Fesseln schneiden mir ins Fleisch. Sie geben mir Halt und halten mich in der Position, in der du mich haben willst. Die Hände auf dem Rücken, präsentiere ich mich dir. Unfähig mich vor dem Schmerz zu schützen, der mich erwartet. Meine Beine sind frei, aber weg komme ich nicht. Das würdest du nicht zulassen. Du würdest mich packen und mir wehtun, würde ich es versuchen. Und du kannst mir Schmerzen zufügen, die auch meinen Geist treffen. Schmerzen, die mich wünschen lassen, dich niemals zu verärgern. Gar nicht, weil sie stärker sind als andere. Sondern, weil sie meine Kräfte verbrauchen. Weil sie Willenskraft und Anstrengung erfordern.
Irgendwann lässt du meine Arme frei. Der Knebel aber bleibt. Der große Ball in meinem Mund, der dort nicht hingehört. Der mir wehtut, der mich fordert. Heute Abend war ich öfter geknebelt. Zwischendurch hast du mir etwas Ruhe erlaubt. Trotzdem ist es mit jedem Mal anstrengender geworden. Jetzt stehe ich vor dir und bin dankbar, dass du ihn nicht wieder so stramm gemacht hast. Eingeschüchtert aber nicht ängstlich, denn ich vertraue dir auf eine seltsame Art. Obwohl ich weiß, dass du mich quälen willst. Oder vielleicht genau deswegen.
Du lächelst, bevor du zuschlägst. Die erste Ohrfeige brennt auf meiner Wange. Dann noch eine und noch eine. Immer schneller auf die gleiche Stelle. Das an sich ist ja schon fies. Aber der Knebel ist noch immer da. Die Kiefermuskulatur völlig überspannt. Ich habe keine Kontrolle über meine Hände. Sie versuchen mein Gesicht vor dir schützen, die Überreizung zu stoppen. Das willst du nicht. Du willst, dass ich stillhalte. Ich strenge mich an, möchte gehorchen, deinem Willen entsprechen. Doch mein Körper versucht zu entkommen. Den Schlägen zu entgehen. Immer wieder entzieht er sich dir und immer wieder fängst du von vorne an. Langsam beginne ich, mich nach den Fesseln zu sehnen. Sie würden mir helfen stillzuhalten. So wie der Knebel mir hilft, still zu leiden. Mit jedem Schlag schwindet meine Willenskraft etwas mehr und die brauche ich doch jetzt so dringend.

Ich flehe dich mit den Augen an aufzuhören, versuche dir mitzuteilen, dass ich den Knebel nicht mehr aushalte. Ich spüre die Verzweiflung, die aus ihnen zu dir spricht. Du verstehst, was ich dir sagen möchte. Leise antwortest du, dass es mir nicht helfen wird. Dass du weitermachen wirst. Dass du mich den Knebel noch länger tragen lassen wirst. So lang, wie du es willst. Die Erkenntnis kommt überhaupt nicht überraschend. Dennoch trifft sie mich. Etwas in mir bricht zusammen, ergibt sich dir. Es ist genau dieses Gefühl, das ich spüren möchte. Der Wunsch, dass es aufhört, der Versuch zu entkommen und schließlich die Aufgabe. Diese Aufgabe, das innere Sichergeben, übt einen ganz besonderen Zauber auf mich aus.

Sie ist schrecklich und schön zugleich. Die Pforte in mein Wunderland. Der Ort, an dem ich wirklich frei sein kann. Der Weg dorthin ist nicht leicht, das beginne ich zu begreifen. Ich kann auch nicht Vielen soweit folgen, denn kaum jemand ist stark genug, mich so weit zu bringen. Kaum jemandem schenke ich die Bereitschaft, die dafür notwendig ist. Kaum jemandem kann ich so sehr vertrauen. Und kaum jemand ist in der Lage, so wenig auf mich zu reagieren.

Ich ahne aber auch, dass dieses Wunderland viel größer ist, als ich es mir jetzt vorstellen kann. Dass es noch viel mehr zu entdecken gibt. Dass meine Schritte sicherer werden und damit auch der Weg breiter. Ich bin gespannt, wohin er mich noch führen wird.

Das Objekt

„Es ist essentiell für den Erfolg der Befragung, dass das Objekt jederzeit eine reelle Chance hat aus der Situation heraus zu kommen. Indem es die richtige Antwort gibt.“
Seine Stimme dringt wie durch dichten Äther in mein Bewusstsein. Irgendwie zäh und gedämpft. Es ist seine böse Stimme. Sie klingt noch sehr viel böser als sonst, weil ich nichts sehen kann. Die Augenbinde passt perfekt. Kein kleiner Spalt, kein Lichtschimmer. Nur Dunkelheit. Die Geräusche und seine Stimme sind die einzige Verbindung, die ich mit dem Außen habe. Ich kenne ihn mittlerweile. Nur für gewöhnlich sind wir allein, wenn er kommt, um mich zu quälen. Heute ist das anders. Auch die Bühne, auf der wir stehen, ist neu. Zumindest ist es in meiner Vorstellung eine Bühne. So, wie in einem kleinen Theater, in dem Schauspiel und Publikum nicht wirklich voneinander getrennt sind. Aber eigentlich weiß ich nicht, in was für einem Raum wir uns befinden. Ich kann mich auch gar nicht erinnern, wie er mich hergebracht hat.

Es dauert einen Moment bis ich die Bedeutung seiner Worte verstehe. Ich muss mich noch an die Situation gewöhnen. Mich zurechtfinden. Aber es ist eine schwache Hoffnung. Obwohl ich eigentlich weiß, dass es diese reelle Chance überhaupt nicht gibt. Er wird weitermachen, ganz egal, was ich sage. Es gibt keine Antwort. Ich weiß es und er weiß, dass ich es weiß. Das macht es vermutlich umso interessanter für ihn, eine Reaktion zu provozieren. Die Illusion einer Chance. Werde ich versuchen, sie zu nutzen?

Einem Teil von mir widerstrebt es sehr, ihm zu geben, was er will. Meinem Peiniger. Doch dieser Teil ist gerade schwach. Die Option zu verlockend. Vielleicht gibt es sie ja doch, diese Chance? Wenn mir nur irgendetwas einfällt. Eine kluge Idee. Aber mein Verstand funktioniert nicht richtig. Das Denken fällt mir schwer. Gedanken kommen und lösen sich auf, bevor ich sie richtig greifen kann. Der größere Teil von mir hat einfach Angst. Ich kenne nicht alle Geräusche, die er macht. Das verunsichert mich. Das Publikum, vor dem er über die Feinheiten seiner Befragung referiert, verunsichert mich. Dass er nicht anfängt, verunsichert mich.

Ich bin nackt. Nur mit einer Hand an ein Andreaskreuz gefesselt. Ich fühle seine Konturen an der Wand, die meine kleine Welt an diesem Ort begrenzt. Es ist gepolstert. Etwas Weiches zwischen all dem Harten hier. Ich kann mich drehen. Ich kann mich winden. Aber ich komme nicht weg. Er hat mich mit den bösen Handschellen festgebunden. Die, die nur eine breite Verbindung mit drei Gliedern haben. Und Kanten, so dass ich nichtmal mit meinen kleinen Händen und diesem einen Trick, die Finger zu schließen, hinauskommen werde. Trotzdem probiere ich es. Sie sitzen trügerisch locker an meinem schmalen Handgelenk, aber an den Knochen komme ich einfach nicht vorbei. Ich konzentriere mich auf seine nüchterne, böse Stimme. Spüre seine Gegenwart. Die Einleitung seines Vortrages ist vorbei. Gleich wird das Verhör endlich beginnen. Er ist mir ganz nah. Zu nah. Ich fühle, wie er mich ansieht und beobachtet.
„Ist es sicher?“, höre ich ihn ruhig aber sehr bestimmt fragen.
Es lässt mir das Blut in den Adern gefrieren, obwohl ich ja damit gerechnet habe. Denn dies ist die eine Frage, auf die es ganz bestimmt keine Antwort gibt. Dennoch rufe ich ihr eine entgegen, bettele, wimmere. Aber die Stimme reagiert nicht auf mich.

„Sie sehen, das Objekt zeigt keine Reaktion. Es schweigt. Nun gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie wir es zum Reden bringen können“, fährt die Stimme sachlich fort. Kunstvoll spielt sie mit Betonungen und Pausen. Ich glaube, sie sind nur für mich gedacht, damit die Informationen sich tiefer in mein Bewusstsein graben können. Noch bevor sie weiterspricht, drängen sich mir unterschiedlichste Möglichkeiten in den Sinn. Vertreiben kann ich diese Ideen nicht mehr. Die Stimme ist es gewohnt vor Menschen zu sprechen, ihnen etwas zu vermitteln.

Mir wird klar, dass es nicht nur keine richtige Antwort gibt, sondern dass ich sogar völlig ignoriert werde. Als wäre ich gar nicht da. Oder besser gesagt, als wäre meine Persönlichkeit nicht existent. Ich versuche, mich zu verteidigen. Der Stimme zu erklären, dass ich doch etwas gesagt habe. Dass sie mir zuhören soll. Aber das will sie nicht. Es geht nicht um die Antwort, sondern darum, mich zu quälen. Eine Reaktion hervorzurufen. Und es funktioniert. Die Erkenntnis trifft mich. Trotzdem bettele ich weiter. Möchte dem Mann, der zu der Stimme gehört, klarmachen, dass ich die ganze Zeit rede. Er macht Geräusche, die ich nicht zuordnen kann. Jedes davon erschrickt mich. Ich höre, wie er sich durch den Raum bewegt. Raubtierhaft, lauernd, mich weiter beobachtend. Jeder Muskel in meinem Körper ist angespannt. Ich bin bereit zur Flucht, wenn sich mir nur eine Möglichkeit bietet. Doch die gibt es gerade nicht.

Er wiederholt seine Frage. Ich wiederhole meine Antworten. Dann kommt der erste Schlag. Seine anfänglichen Ausführungen, eine gefühlte Ewigkeit, waren nur die Vorbereitung auf diesen Moment. Ein Auftakt. Die Steigerung meiner Angst und des Ohnmachtsgefühls. Ich höre mich schreien. Mehr vor Schreck, als vor Schmerz. Spüre, wie mein Körper entkommen will, Richtungen sucht, in die er sich bewegen kann. Fort von dem Schmerz. Fort von der Stimme. Doch die Handschellen halten mich erbittert fest. Und wo sollte ich auch hin? Selbst wenn ich frei käme, wäre es für ihn nur ein beiläufiger Griff, eine mühelose Bewegung, mich wieder einzufangen. Ich zittere, weiß nicht, was als nächstes kommt. Versuche mich in meiner eingeschränkten Bewegungsfreiheit, in meiner schutzlosen Nacktheit, irgendwie doch vor ihm zu schützen, obwohl es hier keinen Schutz für mich gibt. Hier gibt es nur ihn, seine Instrumente, das Publikum und meinen verletzlichen Körper. Meine Schreie werden nicht erhört. Mein Betteln verhallt irgendwo zwischen den Worten seines makaberen Vortrags und den Schlaggeräuschen seines Spielzeugs auf meiner nackten Haut.

Ich zittere immer stärker. Muskeln spannen sich willkürlich an und verkrampfen. Schläge treffen auf meinen Körper, auf meine Beine, auf meine Füße. Doch sobald ich sie wegdrehe, gebe ich meine empfindliche Fußsohle preis. Das ist noch schlimmer und ich präsentiere ihm wieder einen anderen Körperteil. Er nutzt jede Möglichkeit, die sich ihm bietet. Mein Herz rast, mein Kopf dröhnt. Der Schmerz ist überhaupt nicht heftig, aber meine Anspannung ist so groß, dass sich jede Berührung, jedes Geräusch wie eine gewaltige Lawine aufbaut, über mein überreiztes Bewusstsein hinwegfegt und mich mit sich fortreißt. Ich habe keine Kontrolle mehr über meine Muskulatur, beobachte meine Reaktionen, versuche nicht daran zu denken, was mir noch bevorsteht. Doch meine Fantasie arbeitet und hinter der Augenbinde, der Mauer, die mich von der Welt trennt, die mich in meiner Vorstellungskraft, einem Panoptikum der Grausamkeiten, einschließt, laufen tausend Bildfolgen ab. Eine schrecklicher als die andere. Drohende Ungeheuer, die versuchen mir aufzulauern und meine Furcht immer weiter wachsen lassen.

Angstschweiß läuft an meinem Rücken hinab. Ich spüre ihn auf jedem Zentimeter meiner sensibilisierten Haut. Warm und kalt zugleich. Feucht. So, wie die Nässe zwischen meinen Schenkeln, von der mein verrätischer Körper viel zu viel produziert, um es vor meinem Foltermeister verstecken zu können. Prüfend greift er in den wartenden Spalt. Wie gewohnt trägt er diese Handschuhe, die ihn von mir trennen. Irgendwo darunter ist seine warme, weiche Haut. Doch die Nähe, die ich so sehr brauche, bekomme ich jetzt nicht. Der Drache spielt mit mir. Ich komme nicht weg, kann nicht verhindern, dass er meine Geilheit bemerkt. Wut und Trotz regen sich in mir, nur um sofort bitterer Verzweiflung zu weichen.

Ich höre ihn erklären, dass ich wieder keine Reaktion gezeigt hätte. Dass härtere Mittel notwendig seien. Mein halbersticktes Winseln wird nicht gehört. Doch irgendwo in meinem Innern hallt noch immer das Echo seiner Stimme nach, das eine reelle Chance versprochen hat. Ich klammere mich an die Vorstellung, dass es sie doch geben könnte. Die Schwimmweste in diesem dunklen Meer der Angst, in dem ich vor mich hin treibe und versuche, meinen Kopf über Wasser zu halten. Meine Verzweiflung wird potenziert durch diese absolute Degradierung zum Objekt. Meine Persönlichkeit scheint sich aufzulösen, zu schwinden. Ich weiß ja, dass es sie gibt. Ich kenne mich. Hier aber zählt sie nicht. Oder eben nur zum Zweck dieser abscheulichen Befragung. Meine Reaktionen dienen einzig der Demonstration seiner Methoden und was sie in mir, dem Objekt, hervorrufen. Nein, er wird keine Nachsicht haben.

Dann zwingt er meine Fußgelenke in die Manschetten einer Spreizstange. Ein bisschen wehre ich mich, aber die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens, ist mir zu deutlich bewusst und meine Bemühungen bleiben deshalb eher halbherzig. Was hätte ich ihm jetzt schon entgegenzusetzen? Also füge ich mich, spüre wie sich die Fesseln um meine Haut schließen. Die Stange hält meine Beine nun unnachgiebig auseinander und ich präsentiere ihm breitbeinig meine empfindlichsten Stellen. Noch mehr Fläche für seine Schlaginstrumente. Ich höre etwas über den Zugriff auf alles. Den Kontext kann ich aber nicht erfassen. Zu viele Emotionen kochen in mir hoch und drohen, mich zu zerreißen.

Erinnerungen schleichen sich in mein Bewusstsein. Nähe und Geborgenheit, die ich in seinen Armen gefunden habe. Unser leises Lachen aus diesen Momenten klingt seinen fröhlichen Klang in meine düstere Realität. Unser Pakt, dass ich ihm gehöre für die Momente unserer Lust und vielleicht sogar ein wenig darüber hinaus. Wir sind Komplizen, Weggefährten. Ich möchte ihn in mir aufnehmen. Ihn spüren und so den Bann der Kälte brechen, der mich in sich einschließt. Würde er doch nur in mich eindringen, mich von meiner Angst befreien. Meine Lust quält mich fast genauso sehr wie er. Ganz in diesem Gefühl, gefangen zwischen Leid und Lust, verliere ich mich. Kann nicht mehr genau sagen, was wirklicher ist. Gibt es das imaginäre Publikum vielleicht tatsächlich?

Fiktion und Realität beginnen sich in einem beunruhigenden Spiel zu vereinigen. Und in diesem Moment spüre ich den Gürtel. Wie eine Schlaufe will er ihn mir um den Hals legen. Diesmal wehre ich mich wirklich, möchte entkommen. Er aber folgt meinen Bewegungen, packt mich. Die Spreizstange lässt meine Bemühungen vermutlich kläglich wirken und trotzdem kämpfe ich, winde mich in seinen kräftigen Armen. Erstaunt darüber, dass ich in dieser Eingeschränktheit noch so viele Möglichkeiten habe, mich zu bewegen. Und plötzlich ist da dieser eine Gedanke, erschreckend klar: Was, wenn doch alles echt ist?

Das erste Mal ist das Safeword gefallen. Kein Schrei. Ein leises, beinahe ersticktes Wimmern, in dem sich die Anspannung still entlädt. Mehr hoffend, als sich seiner Wirkung sicher. Irgendwie bin ich überrascht, dass du darauf reagierst. Dass du zu mir zurückkehrst. Dass doch alles nur ein Spiel gewesen ist. Du schließt deine Arme um mich, hältst mich, flüsterst mir sanfte Worte zu. Nimmst mir die Augenbinde ab. Der Raum ist mir vertraut. Hier ist nichts Böses. Keine Bühne, kein Publikum. Nur du und ich. Und augenblicklich wünschte ich, ich hätte durchgehalten. Trotzdem tut es gut, dich zu spüren. Deine weiche Stimme zu hören. Mich von ihr zurück in die Realität holen zu lassen. Zu sehen, dass wir noch immer wir sind. Ich schmiege mich an deine Schulter und atme deinen vertrauten Geruch ein. Du bist behutsam, zärtlich, liebevoll. Dann machst du mich los und führst mich in einen anderen Raum. Es ist alles wie immer und doch ein bisschen anders. Der Augenblick ist intensiver. Geflüsterte Worte durchdringen mich und meinen Geist. Hallen in mir wieder. Schmerz macht stark, hast du gesagt. Und in diesem einen Moment größter Schwäche, beginne ich daran zu glauben.

Der unbändigen Zähmung

Du bist mein Fels in der Brandung. Eine feste, unveränderliche Größe in dieser flüchtigen Welt. Ich habe keinen Einfluss auf dich. Du bestimmst den Rahmen und meine Grenzen. Ich lasse mich fallen. Wenn ich etwas mache, was dir nicht gefällt, bleibst du ruhig. Du ärgerst dich nicht, denn ich habe nicht die Macht, dich zu verärgern.

Manchmal stellst du nur eine knappe Frage, die mir zeigt, dass ich etwas falsch gemacht habe. Manchmal weist du mich leise zurecht oder sagst, was du von mir erwartest. Milde lächelnd, weil dir bewusst ist, dass du die Leine in der Hand hälst. Weil du weißt, dass ich mich von dir führen lasse, wenn du es wirklich willst. Es ist deine Entscheidung, ob du mich gewähren lässt. Das bekomme ich zu spüren. In diesen Momenten, in denen du meine Angst und meinen Schmerz willst. In denen ich dir ausgeliefert bin. Wenn er da ist. Der Drache. Vor ihm fürchte ich mich. Er lässt mich schwach und erschöpft zurück, aber dann kommst du wieder und hältst mich fest.

Es ist seltsam, wie bereitwillig ich dir folge. Dein Zauber lässt mich glauben, dass ich alles freiwillig gebe. In deinen Fesseln fühle ich mich frei. Denn du kennst die Knoten, die mich ausbrechen wollen lassen würden. Du bist sehr geschickt darin, mir das Gefühl zu geben, ich hätte eine Wahl. Das ist deine Kunst. Manches nehme ich wahr. Das ist aber vermutlich nur ein kleiner Teil. Natürlich spielst du mit meiner Angst und mit dem Wunsch, dir zu gefallen.

Wobei ich nicht begreife, warum ich Strafe fürchte. Du bestrafst mich ja nicht und du tust mir auch so weh. Weil du es willst. Weil du Spaß daran hast, mich zu quälen. Meine Angst und meinen Schmerz genießt. Doch du kannst sehr gut erklären. So, dass ich verstehe, was dir gefällt und was nicht. Ich möchte nicht, dass du mir etwas erklären musst.

Manchmal lässt du die Leine locker, dann laufe ich und vergesse kurz, dass ich gebunden bin. Ich kann sein, wie ich bin. Sagen, was mir in den Sinn kommt. Tun, was ich möchte. Aber es ist nur eine scheinbare Freiheit, denn du holst mich zurück auf den Boden, wenn dir danach ist. Ich gehorche. So selbstverständlich, dass es mich manchmal erschrickt, wenn ich es bemerke.

Am Anfang hast du mal gefragt, wie wichtig mir meine eigene Sexualität sei. Ich habe geantwortet, sie sei mir sehr wichtig. Bei dir stimmt das nicht so ganz. Dein Genuss ist mir viel wichtiger als meiner. Das verstehe ich noch nicht so ganz. Vielleicht reicht es aber auch einfach, das Gefühl zu genießen. Deinen Anblick, wenn du dir das nimmst, was du möchtest. Den Hunger in deinen Augen. Das Raubtier auf der Jagd.

Du bist die Konstante. Ich kann mich in deinen Fesseln winden, aber die Knoten bleiben fest. Wenn du etwas sagst, machst du es. Wenn du eine Entscheidung getroffen hast, steht sie fest. Wenn ich etwas nicht verstanden habe, erklärst du es mir. Wenn du den Drachen frei lässt, leide ich. Doch du bleibst immer da und zeigst mir den Weg. Hältst meine Hand und führst mich durch die Dunkelheit. Durch die Abgründe in uns. Die bittersüßen Momente unserer Lust.

PEINliche Befragung

Ich bin nackt. Mit Handschellen an die Kette an der Wand gefesselt. Du hast mir etwas Bewegungsfreiheit gelassen, indem du einfach nur eine Handschelle hinter der Kette hindurch gezogen hast. Doch diese Freiheit ist begrenzt. Weg komme ich nicht. Eine Hand vor der Kette, eine dahinter. Dazwischen Metall auf Metall. Dann hast du mir einen Sack über den Kopf gezogen und mich allein gelassen. Nackt und angekettet warte ich auf dich. Eine Minute hast du gesagt. Der schwarze Stoff ist dünn und etwas durchsichtig. Der Raum dahinter verschwimmt zu vagen Formen und obwohl er mir so vertraut ist, kämpfe ich darum, die Orientierung zu behalten.

Wo bist du hingegangen? Geräusche dringen von irgendwo auf mich ein. Mein Puls beschleunigt sich. Ich frage mich, was du mit mir vor hast. Du hast die Instrumente, mit denen du auf mir spielen wirst, schon bereitgelegt. Eine Peitsche hat geknallt. Ich bin zusammengezuckt. Dieses Geräusch kenne ich. Andere konnte ich nicht zuordnen. Eine Minute kann sich sehr lang anfühlen. Ich weiß, dass du mir diese Zeit ganz bewusst lässt. Trotzdem verfehlt sie ihre Wirkung nicht. Ich frage, wo du bist. Du antwortest sogar. Damit habe ich gar nicht gerechnet. Es tut gut deine Stimme zu hören, nicht ganz allein zu sein. Noch eine halbe Minute warten. Dreißig Sekunden. Ich zähle nicht.

Schritte, die näher kommen. Du ziehst mir den Sack vom Kopf, doch du bist nicht da. Er ist da. Andere Kleidung, ein harter Blick. Du bist warm und stark, er ist kalt und unnahbar. Und mit ihm bin ich jetzt allein. Er zieht sich Latexhandschuhe an. Das hasse ich, denn sie machen jede Berührung unpersönlich. Ich bin sein Objekt und gleich wird die Behandlung beginnen. Ich habe Angst vor ihm. Er wird mir weh tun.

Jetzt ist er ganz nah, sieht mir in die Augen. Der Hunger, den ich sonst darin lese, ist kalter Grausamkeit gewichen. Sie erregt mich. Seine Stimme ist ein bedrohliches Flüstern: „Ist es sicher?“, fragt sie ruhig. Ich bin verwirrt, weiß nicht, was er meint. Also versuche ich es mit einem Ja. Es war die falsche Antwort. Er wird böse und schlägt zu. Die Frage wird mich das ganze Spiel hindurch begleiten und der Schmerz, der darauf folgt. Wahrscheinlich gibt es gar keine Antwort, aber die Angst vor seiner Reaktion lässt mich alles mögliche ausprobieren.

Der Rohrstock knallt auf meinen Fußrücken. Es ist ein heftiger Schmerz. Nicht beißend, nicht dumpf. Irgendetwas dazwischen. Ich habe Angst, versuche die empfindlichen Körperregionen zu schützen. Doch dann treffen die Schlaginstrumente eine neue Stelle. Am schlimmsten sind die Beine. Die Peitsche schlingt sich wie eine Schlange um sie und beißt zu. Spitze Zähne scheinen sich in meine Kniekehlen zu bohren. Ich hasse meinen Foltermeister. Komme nicht weg von ihm. Er findet immer neue Flächen, die ihm schutzlos ausgeliefert sind. Irgendwo zwischen Wut und Verzweiflung verliere ich mich. Verliere mich im Kampf gegen seine Macht.

Dann packt er meinen Fuß und lässt mich meine Fußsohle preisgeben. Ich weiß, was kommt und dass es schlimm wird. Bitte ihn, es nicht zu tun. Doch er redet nicht mit mir. Reagiert nicht auf mich. Nur diese eine Frage wiederholt er wieder und wieder. Jeder Muskel in meinem Körper ist angespannt. Mein Körper wartet auf das, was ihn gleich erwartet. Dann knallt der Griff der Peitsche unbarmherzig auf die empfindliche Haut. Der Schmerz lässt nicht nach, sondern breitet sich in Wellen aus. Eine Schmerzkaskade. Noch ein Schlag und noch einer. Schmerz, der in Schmerz übergreift. Sich pulsierend aufbaut, ohne wieder abzuebben.

Ich bin der Schmerz, kann nicht mehr klar denken, verliere die Beherrschung. Nur ein einziger Gedanke ist geblieben: Fortkommen. Irgendwie. Weg von ihm. Den Fuß drehen. Nicht noch einen Schlag spüren. Ich winde mich in seinen Armen. Doch er folgt meinem Körper mit geschmeidigen Bewegungen, so dass mein Fuß in der richtigen Position bleibt. Seine Arme halten mich wie ein Schraubstock. Ich schreie ihn an, denn es ist die einzige Freiheit, die ich in diesem Augenblick noch habe. Er wird erst dann aufhören, wenn er es will. Ich überlege, ob ich ihn mit irgendeiner Antwort zufriedenstellen könnte. Weiß aber, dass es sinnlos ist.

Er will mich quälen. Egal, was ich sage oder mache. Ich denke darüber nach, ihn zu treten oder zu beißen, aber das traue ich mich dann doch nicht. Er braucht ja nicht mal sein Werkzeug, um mich zu bezwingen. Ein paar Griffe reichen und ich kniee vor ihm. Ich spüre seine Hand an meinem Hals und wundere mich darüber, dass ich gar keine Angst habe. Er weiß ganz genau, was er macht. Die Erkenntnis gibt mir eine seltsame Ruhe und ich lasse mich fallen. Tief und tiefer in meine Lust an seinem grausamen Spiel. Ich bin nass. Mein Körper ist ein mieser Verräter.

„Ist es sicher?“, fragt er wieder und sieht mir dabei in die Augen. Ich halte stand, bin wütend, bin ängstlich, bin geil. All das will ich ihm zeigen und öffne ihm den Blick in meine Seele.
„Es gibt keine Antwort.“, erwidere ich trotzig. Es ist mir gleichgültig, was geschehen wird. Bis ich den Schmerz fühle. Süßen, köstlichen, schrecklichen Schmerz. Angst. Und Lust. Die Gefühle wechseln im Sekundentakt. Ein Rausch der Sinne. Mein Wunderland.

Irgendwann ist es vorbei und du bist wieder da. Hältst mich fest, fängst mich auf, streichelst mich. Ich fühle mich geborgen. Bin ganz im Moment. „Starkes, zartes Mädchen.“, lächelst du sanft und warm. Endlich bist du zurück. Du sagst, du seist stolz auf mich und kindliche Freude erfüllt mich. Es fühlt sich richtig an, dich stolz zu machen.

Devote Liebe

Ich denke an dich. Immerzu denke ich an dich. Manchmal fange ich dabei an zu weinen. Nicht weil ich traurig bin. Nicht weil ich dich vermisse. Sondern weil die Gefühle so intensiv sind. Weil es sich so schön anfühlt, dass ich es kaum aushalten kann. Worte gibt es nicht dafür. Keine Beschreibung wird dem Zauber gerecht, den du auf mich ausübst.

Wenn du in meiner Nähe bist, werde ich nervös und unsicher. Ich möchte alles richtig  machen, doch selbst die einfachsten Aufgaben bekomme ich dann nicht mehr hin. Auch das ist ein schönes Gefühl. Es ist nichts Schlechtes daran. Es gehört dazu. Ich genieße meine Unsicherheit. Die süße, köstliche Angst nicht gut genug für dich zu sein.

Wenn ich dich ansehe, bin ich gebannt von deiner Ausstrahlung. Die Macht unserer Verbindung nehme ich fast physisch wahr. Es ist unglaublich. Du machst mich still und sanft und anschmiegsam. Dann fühle ich mich wie ein kleines Mädchen, dessen größter Wunsch es ist, dir zu gefallen und dir gehorsam zu sein. Manchmal versuche ich mich etwas zu wehren. Weil ich Angst habe, dass ich langweilig bin, wenn ich es dir zu leicht mache. Doch die Versuche scheitern kläglich.

Ich werde immer tun, was du willst. Es fällt mir überhaupt nicht schwer. Es kostet mich keine Überwindung. Es ist selbstverständlich. Es ist kein Spiel. Es ist was es ist und dafür gibt es keine Worte. Herr, sklavin, Devotion, Dominanz, BDSM: Das alles sind nur leere Begriffe, die das, was ich für dich empfinde nicht benennen können. Es ist so viel mehr, so viel tiefer.

Wenn wir miteinander spielen. Wenn du mich schlägst, wenn du mich demütigst, wenn du mich fickst. Dann ist das SM. Doch unser Spiel hört damit nicht auf. Es ist immer da. Zu jeder Zeit. Nur ist es dann kein Spiel mehr. Es ist unsere Beziehung und das, was wir füreinander sind.

Ich möchte, dass es dir gut geht. Dass du glücklich bist. Für mich bist du der wundervollste Mensch auf dieser Welt. Du bist mein Freund, mein Partner und mein Herr. Du bist der Eine. Der einzige, den ich möchte. Wo unsere gemeinsame Reise hingeht, weiß ich nicht. Aber das ist auch gar nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass wir uns jetzt haben. Für jeden Moment, den ich an deiner Seite verbringen darf, bin ich dankbar.

 

 

 

 

Geflüsterte Befehle

Der Plug ist schon eine Weile raus. Es hat geblutet, aber nur ein kleines bisschen. Nicht schlimm. Eigentlich beunruhigen mich Verletzungen. Diesmal erfüllt mich eine kindliche Freude, die ich gar nicht so richtig erklären kann. Ich weiß, es hat etwas damit zu tun, dass es Spuren von ihm sind. Nur was genau, das verstehe ich nicht. Würde ich ihm das jetzt sagen, würde er vermutlich antworten, ich solle mich einfach so akzeptieren, wie ich bin. Aber das tue ich ja schon.

Trotzdem ist es immer wieder verwirrend. Die Gefühle sind intensiv. Die Demut und die Hingabe. Manchmal wirkt er so stark und so erfahren. Er spielt auf meinem Körper, wie auf einem Instrument. Er weiß immer genau, was er tun muss. Er weiß immer genau, wo ich gerade bin. Viel mehr, als ich selbst es weiß. Dann hört er auf, weil er meint, dass ich genug habe. Obwohl ich noch viel mehr will. Lag es das letzte Mal an dem Schweiß? Aber ich schwitze doch immer, wenn ich geschlagen werde? Erst danach wird es schön. Dann fange ich an zu fliegen. Zumindest war das früher so.

Ich habe ihn beobachtet, während er mich bespielt hat. Er war wunderschön. Mein Räuber. Dann ein leises „Dreh dich um!“ und ich habe meinen Blick von ihm lösen müssen, um ihm zu gehorchen. Wer begreift die verdrehte Romantik eines solchen Augenblicks? Die Magie, wenn geflüsterte Worte zu einem Befehl werden, dem ich mich niemals widersetzen würde? Die Innigkeit, die Macht und Ohnmacht zwischen zwei Menschen entstehen lassen kann? Das Vertrauen. Die Zärtlichkeit in der Gewalt. Wie könnte das jemand anderes verstehen, wenn ich selbst es doch nicht kann?

Er fickt meinen Kopf genauso hart wie meinen Körper. Treibt mich mit meiner Geilheit in besinnungslosen Wahnsinn. Lässt mich spritzen, wenn er es will. Und ich kann ihm nur dabei zusehen. Gebannt und gefesselt von der Magie seines Spiels. Er bezwingt mich nicht, er führt mich. Immer tiefer hinein in meine eigenen Abgründe, wo nur er mich beschützen kann. Wo ich mich an ihm festhalte. Frei in meinem Verlangen. Frei meine geheimsten Sehnsüchte auszuleben. Mit ihm.

Seit wir uns vorgestern gesehen haben, denke ich ununterbrochen an Sex. An geflüsterte Befehle. An Schmerz. An meine Demut. Mein Po tut noch immer etwas weh. Süße Erinnerungen an drei schöne Tage. Ich genieße meine Sehnsucht. Das Kopfkino. Ich spüre die Blicke fremder Männer auf mir, wenn meine Gedanken in der Öffentlichkeit abschweifen. Als würden sie mir meine unanständigen Fantasien ansehen. Und vielleicht ist es auch wirklich so. Ich habe das Gefühl, dass mein Blick sanfter geworden ist. Meine Stimme leiser, meine Bewegungen ruhiger. Die Demut einer sklavin kann wunderschön sein. Vielleicht ist es wirklich so, aber vielleicht bilde ich es mir auch nur ein.

 

 

Der Plug und die Sklavin Teil 2

Es kann so anders sein. Ich weiß, ich soll den großen, aufblasbaren Plug für dich tragen. Davor habe ich Angst. Ich bin nicht gedehnt. Tatsächlich ist es Monate her, dass ich einen Plug getragen habe. Und ich bin doch so eng. Ich weiß, es wird gleich weh tun. Doch ich weiß auch, dass es schön wird, sobald der Schmerz nachlässt. Ich vertraue dir.

Wir gehen ins Schlafzimmer, wo die Spielzeuge auf mich warten. Ich bin unsicher, nervös. Einen kurzen Moment bleibe ich vor deinem Bett stehen und warte auf das, was geschehen wird. Dann befiehlst du mir mit leiser Stimme mich auf das Bett zu hocken. Natürlich gehorche ich und präsentiere dir meinen Po. Da ist kein Widerstand in mir. Die Angst ist nur ein sanftes Rauschen. Vielmehr Aufregung, als wirklich Angst. Es kostet mich keine Überwindung, meinen Körper zu entspannen. Darin bin ich geübt. Soetwas verlernt man nicht. Doch diesesmal ist es so viel leichter. Ich spüre deine Gegenwart hinter mir, obwohl du mich noch gar nicht berührst. Es ist ein schönes Gefühl. Mit gespreizten Beinen hocke ich auf dem Bett und warte. Ich sehe nicht, was du machst, aber das ist auch gar nicht wichtig.

Ein leises Klacken verrät mir, dass du einen Verschluss geöffnet hat. Das Gleitmittel. Es blubbert laut, als du den Inhalt der Tube hinausdrückst. Gleich ist es soweit. Dann spüre ich eine deiner Hände auf meinen Po. Der Plug ist glitschig und kalt. Du redest mit mir während du ihn langsam in mein enges Loch schiebst. Deine Stimme ist ruhig und sanft. Beruhigende Worte, die mir Mut machen. Ich konzentriere mich viel mehr auf den Klang deiner Stimme, als auf die Worte selbst. Fast zärtlich gibts du mir Anweisungen, wie es es leichter für mich wird. Ich lasse mich fallen. Presse meinen Po dem Plug entgegen, so wie du es mir sagst. Er dringt tiefer und tiefer in mich ein. Nur manchmal tut es etwas weh. Am schlimmsten ist der Moment, in dem die breiteste Stelle in mir verschwindet. Ein kurzer beißender Schmerz, der durch den ganzen Körper geht. Darauf war ich vorbereitet. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe, entspanne mich.

Dann pumpst du ihn etwas auf, nur ganz leicht, und stellst die Vibration ein. Es ist das erste mal, dass ich einen Plug mit Vibration trage. Das Gefühl ist intensiv, dringt durch mich hindurch. Lässt mich feuchter werden. Die Fernbedienung und die Pumpe von dem bösen Ding steckts du mir in die halterlosen Strümpfe. Ich stehe auf und lächele dich unsicher an. Du erwiderst mein Lächeln, nimmst mich in den Arm und küsst mich. Ich liebe die Wärme, mit der du mich führst. Diese stille Dominanz. Das natürliche Machtgefälle. Es war noch nie ein Spiel zwischen uns, sondern der einfache Ausdruck dessen, was wir füreinander sind. Du befiehlst und ich gehorche. Kein Zwang, das wird auch niemals nötig sein. Denn du siehst mich und holst nur das hervor, was in mir verborgen ist.

Ich gehe in die Küche, um weiter für uns zu backen. Der Plug vibriert in mir. Es fällt mir schwer, mich auf die einzelnen Arbeitsschritte zu konzentrieren, obwohl ich sie so gut kenne. Ich will zu dir, deine Nähe spüren. Ungeduldig bringe ich die Arbeit hinter mich. Versuche, nichts zu vergessen und nebenbei aufzuräumen. Den Plug spüre ich bei jeder Bewegung. Mal angenehm, mal unangenehm. Mal lässt er mich unvermittelt zum Orgasmus kommen. Ich bin so nass, dass es aus mir heraustropft und an meinen Beinen hinabläuft. Endlich ist alles erledigt und ich kann zu dir. Ich bringe dir ein Bier, knie mich vor dich auf den Boden und massiere dir die Füße. Fußball läuft, aber das interessiert mich nicht. Ich habe nur Augen für dich. Meine Geilheit quält mich. Lässt mich zwischendurch zucken und immer wieder kommen. Es ist ein schlimmes, schönes Gefühl.

Nach ein paar Stunden wird es anstrengend, den Plug zu tragen. Ich merke, dass mein Po schon ganz wund ist. Vorsichtig frage ich, ob du etwas Luft ablassen kannst. Das war keine gute Idee. Denn jetzt nimmst du die Pumpe und siehst mich an. Du lächelst.

„Du möchtest weniger Luft?“, fragst du mich. Ich nicke und schaue demütig auf den Boden vor dich. Dann fängst du an zu pumpen. Weiter und weiter. Bis ich das Gefühl habe zu explodieren.

„Nein, bitte nicht!“, wimmere ich. Ich halte es kaum aus.

„ich könnte jetzt auch das hier machen.“, sagst du und der Plug in mir dehnt sich noch weiter aus.

„Ja, mein Herr.“, hauche ich atemlos.

„Oder, das hier.“ Ich weiß nicht was schlimmer ist: Das Geräusch oder das Gefühl beim erneuten Pumpen. Obwohl ich das Gefühl habe, nicht mehr auszuhalten, geht es doch irgendwie. Demut erfüllt mich. Süße, köstliche Demut. Es ist nicht die Pumpe in deiner Hand, die dir diese Macht verleiht. Du bist es selbst. Ich wimmere und presse meinen Körper gegen dein Bein. Meinen Kopf an deinem Oberschenkel. Deine Nähe tut gut. Dein Geruch. Die Wärme deines Körpers. Ich fühle mich geborgen. Wie sehr mir dieses Gefühl gefehlt hat. Ein paar Mal wiederholst du dieses Spiel. Dann schenkst du mir ein wenig Ruhe bevor es weitergeht …

 

Ich sehe dich, mein Herr

Eine Fantasie

Ich sehe dich, mein Herr. Langsam spannst du dein filigranes Netz und ich bewundere die Schönheit deiner Bewegungen. Ich weiß, du willst mich fangen. Ich weiß, ich sollte mich fürchten. Stattdessen erstarre ich und lasse das Unvermeidliche geschehen. Du und ich wir folgen unserer Natur. Du bist der Jäger und ich bin deine Beute. Ich kenne dich, obwohl wir uns noch nie begegnet sind. Eine sklavin erkennt ihren Herren.

Du flüsterst meinen Namen und für mich hört es sich so an, als hörte ich ihn zum ersten Mal. Ich will glauben, du hast ihn mir gerade erst gegeben. Die Sehnsucht nach einer Berührung wird unerträglich. Ich senke meinen Blick und gehe vor dir auf die Knie. Luft strömt durch halb geöffnete Lippen in meinen Körper und entweicht mit einem lustvollen Seufzer. Dann spüre ich deine Hand an meiner Wange. Mit sanftem Druck befiehlt sie mir, dich anzusehen. Du lächelst zufrieden. Meine Demut gefällt dir.

Der Schmerz kommt plötzlich, obwohl ich darauf vorbereitet war. Deine Augen glänzen unergründlich. Schnell bringe ich meinen Kopf wieder in Position, um den nächsten Schlag zu erwarten. Meine Wange brennt. Nicht so sehr, dass ich weinen müsste. Es ist ein schönes, warmes Brennen. Ich bekomme Gänsehaut und ein Zittern geht wie eine Welle durch mich hindurch. Du schlägst mich nochmal. Und nochmal. Dann gehst du einen Schritt rückwärts, betrachtest mich, meine geröteten Wangen.

„Und?“ höre ich deine leise Stimme mahnend sagen. Ich weiß sofort, was du von mir willst.

„Danke, mein Herr!“, hauche ich mit bebender Stimme und bekomme ein zufriedenes Lächeln von dir als Belohnung. Du gehst zu dem großen Sessel in der Ecke und lässt dich hineinfallen. Mit einer angedeuteten Bewegung zeigst du auf einen Platz zu deinen Füßen. Ich krabbele dorthin und bleibe auf meinen Knien an deiner Seite. Du streichelst mein Haar. So sanft, dass es mir fast ehrfürchtig erscheint. Ich genieße die Ruhe, mit der du mich führst. Die Liebe, die du mir schenkst. Ich weiß, du bereitest mich vor. Du schenkst mir das Vertrauen, dass ich für dein Spiel benötige.

Irgendwann stehst du auf und gehst aus dem Raum. Als du wiederkommst hast du einen Koffer dabei. Mit wenigen griffen befestigst du die schwere Kette an meinem Halsband, Manschetten um Handgelenke und Füße. Dann kommt der aufblasbare Knebel, die Klemmen für meine Nippel. Ich weiß, dass bald jede Bewegung einen empfindlichen Schmerz durch meinen Körper jagt und ich habe Angst. Die Kette in deiner Hand klirrt bedrohlich, als du sie straffer ziehst, so dass mein Hals nach oben gezogen wird. In der anderen Hand hälst du den Rohrstock, das böse Instrument mit dem du gleich auf mir spielen wirst.

„Sag mir, dass du mich liebst.“ Deine Stimme ist noch immer so ruhig und ganz freundlich. Natürlich will ich gehorchen, aber durch den Knebel gebe ich nur unverständliches Gebrabbel von mir. Du lachst.

„Rede deutlich, wenn du mit deinem Herrn sprichst.“ Dann kommt der erste heftige Schlag auf meinen nackten Po. Nur ein einziger Schlag. So doll, dass er mir Tränen in die Augen treibt. Ich wimmere leise und stelle erschrocken fest, dass du den Knebel noch weiter aufgepumpt hast. Dein Spiel hat angefangen.

„Nochmal.“ Der Befehl dringt aus weiter Ferne zu mir durch. Ich habe Angst.

Fortsetzung folgt …

 

Der böse Prinz

Mal etwas ganz anderes und ich bin gespannt, wie ihr darauf reagiert. Natürlich bekommt ihr bald wieder eine der gewohnten Geschichten… Über Feedback freue ich mich 😛

Eins

Sie schlug die erste Seite des Buches auf, das vor ihr lag. Sie hatte es in einer kleinen Buchhandlung entdeckt. Eigentlich war der Einband ganz unscheinbar. Sehr sinnlich, aber nicht aufdringlich. Sie wusste nicht, warum sie es in die Hand genommen hatte. Demut stand in großen Lettern auf dem Cover. Etwas hatte sie in ihrem Innersten berührt. Sie konnte nicht genau sagen, was es war, vielleicht eine heimliche Sehnsucht. Ein Gefühl, dass ihr etwas fehlte und dieses kleine, unscheinbare Büchlein schien zu wissen, was es war. Es handelte von einer Frau, die sich freiwillig zur Sklavin eines Mannes ausbilden ließ. Das wollte sie selbst nun wirklich nicht. Und doch war sie neugierig. Sie fühlte sich komisch, als sie es auf den Tresen legte, um es zu bezahlen. Irgendwie ertappt. Auch auf der Straße spürte sie die Blicke der Leute auf sich, als wüssten sie genau, was sie da gerade gekauft hatte. Jetzt war sie in der Sicherheit ihrer eigenen vier Wände und begann zu lesen…

Es war einmal…

Diese Geschichte ist kein Märchen. Die Prinzessin wird nicht gerettet. Der Prinz ist dunkel und böse. Es gibt auch kein Schloss, sondern nur einen Keller. Und dort, in den Tiefen der inneren Abgründe, geht es um Schmerz und Kontrollverlust, um Angst und Erniedrigung, um Dominanz und Unterwerfung. Doch wo kein Schatten ist, gibt es auch kein Licht und manchmal wird wahre Stärke erst aus großer Schwäche geboren. Diese Geschichte ist kein Märchen und doch liebe ich meinen Prinzen. Er legt mir die Welt zu Füßen, um mich darauf knien zu lassen. Demütig empfange ich ihn und lasse ihn über mich herrschen. Meine Krone ist der Schmerz und mein Thron die Hingabe. Mein Platz ist auf dem Boden vor ihm. Dort finde ich meinen Stolz und meine Würde. Der Weg an diesen Ort führt durch einen dunklen Wald. Ängstlich gehe ich die ersten Schritte, doch sie werden immer fester. Kein Ungeheuer kann mich Schrecken, denn es sind nur meine Ängste, die im Schatten auf mich lauern. Er hält mich an der Hand und führt mich an ihnen vorbei. Zu mir selbst.

Meine Reise beginnt nicht heute. Sie begann vor vielen Jahren mit einem Mann. Ich war 17 und er war 32. Voll Ehrfurcht hat er mich drei Jahre lang erniedrigt. Er hat mir alles gezeigt, was ich über meinen Körper weiß. Kann etwas falsch sein, wenn es sich so richtig anfühlt? Er hat mich in eine Welt von Sinnlichkeit und Ekstase geführt. Mein Verlangen geweckt. Es steckt in jedem von uns. Manchmal ganz tief, auf einen Impuls wartend, den Dornröschenkuss. Bei mir war dieser Kuss bitter-süß. Unter Leid und Demütigungen habe ich ihn empfangen. Willig.

Es fing ganz harmlos an. Auf einer Party. Er hatte mich schon den ganzen Abend mit seinem hungrigen Blick taxiert. Wie ein Raubtier, das sich an seine Beute heranpirscht. Ich habe mich etwas gesträubt. Ich fand, er wirkte ziemlich arrogant. Es hat mich provoziert, trotzig gemacht. Kurze Zeit später waren wir in meinem Schlafzimmer.

„Rasiert du dich immer so?“ fragte er mich mit einem milden und amüsierten Lächeln.

Ich wurde rot. Ich hatte nicht alles rasiert. Musste denn wirklich alles enthaart werden?

„Mach du es doch, wenn es dir nicht gefällt“, antwortete ich trotzig.

Ich wusste ja nicht, wie es richtig ging. Das wollte ich mir aber vor ihm nicht eingestehen.

„Darf ich denn?“ Seine dunklen Augen glühten.

Später sollte ich diesen Blick noch lieben lernen. Jetzt machte er mich ein wenig unsicher. Die Vorstellung von ihm rasiert zu werden, löste ein Gefühl der Verlegenheit in mir aus. Ich empfand Scham. Scham, dass ich so unerfahren war und Scham darüber, dass ich gleich breitbeinig vor ihm lag. Ihm alles präsentierte. Dennoch ging ich in das Badezimmer. Brav brachte ich ihm den Rasierer, Schaum und eine Schale mit Wasser. Danach legte ich mich auf das Handtuch, das ich auf dem Bett ausgebreitet hatte und spreizte meine Beine für ihn. Langsam und zärtlich verteilte er den Rasierschaum zwischen meinen Schenkeln.

„Sei bitte vorsichtig!“ sagte ich ängstlich. Was, wenn er mich verletzte?

„Hab keine Angst. Ich werde dich nicht schneiden, meine Süße. Ich passe auf dich auf.“ Versprach er mir mit ruhiger Stimme.

Etwas brachte mich dazu ihm zu vertrauen. Ob das klug war, wusste ich nicht. Ich entspannte mich und beobachtete ihn dabei, wie er anfing den Rasierer über meine Haut gleiten zu lassen. Es wirkte, als wäre er ein dunkler Priester, der ein heiliges Ritual vollzog. Seine Augen brannten vor Ehrfurcht und Geilheit. Ich spürte die Klingen an meinen äußeren Schamlippen. Ein falscher Druck und er hätte mich geschnitten. Ob es sehr weh tat? Ich wusste es nicht und wollte nicht darüber nachdenken. In seinen Augen las ich Leidenschaft und auch etwas Boshaftes. Ich hatte Angst davor, aber konnte mich seiner Magie nicht entziehen. Es fühlte sich gut an, wie er die Haut zwischen seinen Fingern spannte. Manchmal blickte er auf und sah mir in die Augen, als blickte er durch sie direkt in meine Seele. War er ein böser Engel, oder der Teufel selbst? Es war unheimlich, angsteinflößend. Ich fühlte mich wie ein Beutetier, das gerade den hungrigen Jäger entdeckt hatte. Doch bevor der Fluchtreiz einsetzen kann, kommt immer ein Moment der Schreckstarre und dann ist es oft schon zu spät.

„Es gefällt mir dein Fötzchen für mich vorzubereiten. Ich werde dir zeigen, wie du es selbst machen musst. Du willst es doch lernen?“ Er blickte mich eindringlich an.

Dann streichelte er zärtlich über meinen Venushügel und meine Schamlippen bis zu meinem Po. Hatte er gerade Fötzchen gesagt? Ich war mir nicht sicher, ob mir dieses Wort gefiel. Doch etwas in seiner Stimme, wie er es gesagt hatte, berührte mich. Ich erhob keinen Einspruch, ließ geschehen, was er mit mir machte.

„Ich werde dir noch viel mehr zeigen.“ Fügte er leise hinzu. Es klang wie eine Drohung, aber das war mir egal. Seine Berührungen wurden fordernder und ich stöhnte auf.

„Das gefällt dir, oder? Wie feucht du bist.“, grinste er mich an.

Er streichelte mich und griff hin und wieder kräftig mit seinen großen Händen zu. Fast tat es ein bisschen weh, aber die Lust durchströmte meinen Körper. So intensiv, dass ich auch seine Grobheit genoss. Seine Hände wanderten heiß und brennend über meinen Körper zu meinen Brüsten. Dann packte er zu. So fest. Ich blickte ihn vor Schreck wütend an, aber entspannte mich gleich wieder. Es war gut. Auch als er meine Nippel zwischen Daumen und Zeigefinger nahm und sanft zukniff, genoss ich das leichte Ziehen in meinem Körper. Sein Grinsen machte mich wieder unsicher. Er wirkte, als wüsste er etwas, das mir selbst nicht klar war. Es brachte mich dazu, mich klein und unbedeutend zu fühlen. Warum mochte ich das bloß so sehr?

Er saugte jede meiner Bewegungen mit seinen Augen auf. Es machte mich an, wie er meine Ekstase beobachtend, seine Finger in mich schob. Ich stöhnte und wand mich unter seinen erfahrenen Händen. Ich wollte ihn in mir spüren, hätte fast alles dafür getan. Er lächelte. Er hatte mich genau da, wo er mich haben wollte. Langsam glitten seine Finger aus mir heraus. Nein, bitte nicht aufhören!

„So, und jetzt du.“ Sagte er auffordernd.

„Ich möchte, dass du meinen Schwanz in den Mund nimmst. Machst du das für mich? Kannst du das schon?“ fragte er.

Ich nickte demütig. Ich war aufgeregt und wollte nichts falsch machen. In diesem Moment hatte er mich das erste Mal unterworfen. Ganz leicht hatte er unsichtbare Fäden um mich gesponnen, meine Bereitschaft zur Hingabe entdeckt. Ich kniete mich zwischen seine Beine, nachdem er sich auf den Rücken gelegt hatte. Leicht mit dem Oberkörper gegen die Wand gelehnt, um mich zu betrachten. Sein Schwanz war so hart und groß. Ich legte eine Hand um ihn und fing an zu lutschen. Meine Lippen schlossen sich um die heftige Erektion und ich ließ meine Zunge beim Blasen an ihr entlangfahren, presste sie dagegen oder führte sie in sanfter Liebkosung auf und ab. Ich versuchte auf seine Reaktion zu achten, wie es ihm gefiel. Ich war mir nicht sicher, ob ich alles richtig machte. Er gab mir leise Anweisungen. Sagte mir, wie er es gern hatte. Ich folgte seinen Befehlen. Sein fester Blick auf mir gab mir Sicherheit und ich erwiderte ihn, während sein Schwanz in meinen Mund glitt. Er schien es zu mögen, wenn ich ihn dabei ansah, deswegen tat ich es. Es war schön zu beobachten, wie er mich genoss. Ich verlor mich völlig darin, ihn zu verwöhnen. Seine Hand lag auf meinem Kopf und manchmal zog er an meinen Haaren, drückte meinen Kopf tiefer runter, ganz vorsichtig. Doch so vorsichtig sollte er nicht immer bleiben.

„Das macht dir ja richtig Spaß.“ Stellte er anerkennend fest.

„Jetzt hast du dir meinen Schwanz auch verdient.“

Ich hasste ihn für seine Arroganz. Zumindest hielt ich es damals für Arroganz. Warum sagte er die ganze Zeit solche Sachen? Auf eine seltsame Art gefiel es mir. Ich war so geil auf ihn. Sehnte mich danach, ihn in mir zu spüren. Ich ahnte bereits, dass er mich in seiner Hand hatte. Er wusste genau, was er machen musste, um bestimmte Reaktionen in mir hervorzurufen. Er beobachtete mich in allem, was ich tat. Ich hatte schon einen Freund vor ihm, aber so war es noch nie. Noch nie hatte ich eine solche Lust empfunden. Aber ich hatte auch etwas Angst vor ihm. Ich wusste nicht warum, aber bald schon sollte ich es herausfinden. Er drückte mich auf den Rücken. Sein Blick war so wild und hungrig, als trüge er gerade einen Kampf mit sich aus. Er kämpfte wirklich, zitterte am ganzen Körper, als er seinen Schwanz in mich drückte. Ganz langsam immer tiefer. Ich liebte jeden Zentimeter. Es war nicht so, wie ich es kannte. Kein Rein-Raus-Spiel. Es war viel mehr als das. Bald war er langsam und zärtlich, bald fordernd und fest. Manchmal auch etwas grob, aber nie zu grob. Noch nicht.

Das war mein erstes Mal mit einem dominanten Sadisten. Ich wusste es nicht, auch später nicht. Er hat mir nie gesagt, was wir da machen. Er hat sich Zeit gelassen und mich langsam an alles gewöhnt. Wirkliche Dominanz kann sehr geduldig sein. Sie zwingt nicht. Sie kontrolliert. Ergreift Chancen und Momente auf die sie ruhig hinarbeitet. Ich habe es geliebt. Wäre ein anderer Mensch aus mir geworden, wenn ich ihm nicht begegnet wäre? Ich glaube nicht. Es ist immer in mir gewesen. Er hat es nur hervor geholt. Natürlich hat er damit einen Grundstein gelegt. Mit 17 war ich noch keine vollständig ausgebildete Persönlichkeit. Ich musste mein wahres Ich noch entdecken. Das hat er unangetastet gelassen. Er hat mich nur in meiner Selbstfindung etwas geführt, meine Bereitschaft zur Hingabe gefördert. Ich denke, es gehört einfach zu meinem Charakter. Ebenso, wie mein Humor, meine Neugier und meine Abenteuerlust. Es steckt in jedem von uns. Eine Leidenschaft, die vielleicht nicht mit den Vorgaben unserer Gesellschaft konform ist. Wir haben viele Techniken entwickelt, diese Bedürfnisse so zu kanalisieren, dass sie mit dem sozialen Umfeld im Einklang sind. Doch am Ende des Tages, wenn es dunkel und still um uns wird, merken wir es. Etwas fehlt. Nicht alles lässt sich kontrollieren. Es sucht sich seinen Weg.

Als kleines, unerfahrenes Mädchen habe ich ihn kennengelernt. Er hat mich zur Frau gemacht. Als es auseinanderging, war ich eine hungrige Wölfin unter unschuldigen Schafen. Ich wusste es nicht. Ich wollte immer nur gefallen und meine Partner befriedigen. Erst viel später begriff ich, dass das Devotion ist. Die Lust am Dienen und Benutztwerden. Für viele Männer war ich eine sexuelle Offenbarung. Hemmungslos und wild. Doch für mich gab es keine Befriedigung mehr, bis ich endlich ihn kennenlernte: Meinen Herrn. Ihm werde ich noch viel mehr geben. Er soll mich ganz besitzen. Ich werde ihm über meine Grenzen hinweg folgen, um ihm irgendwann auch mein letztes Tabu zu schenken. Das ist mein Weg. Er wird das beenden, was vor langer Zeit begonnen hat. Intensiver als ich es jemals für möglich gehalten hätte. Manchmal frage ich mich, ob die Motten wissen, dass sie verbrennen werden, sobald sie bei dem Licht ankommen. Haben sie Angst?

Fortsetzung folgt….

Gefangen und ausgeliefert

Heute lasse ich euch an meinem Kopfkino teilhaben… Diese kleine Geschichte ist so (noch) nicht passiert, obwohl ich mich aus meiner Vergangenheit hab inspirieren lassen. Das ist schon eine Weile her und ich war noch ganz am Anfang meines Weges 😉

Ich spüre einen kleinen Streifen Leder über meine Haut gleiten. Ein Schweißfilm hat sich auf ihr gebildet. Die Berührung ist ganz sanft und lässt mir einen Schauer über den Rücken laufen. Ich bekomme Gänsehaut. Das Leder wandert von meinem Po aufwärts, die Wirbelsäule entlang, zwischen meinen Schulterblättern hindurch. Ich freue mich über die Liebkosung. Die Ruhe in seinem Spiel.

Wieder einmal schweigt er einfach und genießt die Verunsicherung, die dieses Schweigen in mir auslöst. Meine Muskeln sind angespannt. Ich warte auf den Schmerz. Ich sehne mich danach und doch fürchte ich mich davor. Ich hocke auf allen Vieren auf dem Boden. Metallscharniere sind an ihm befestigt. Sie haben sich um meine Hand- und Fußgelenke geschlossen.

Am Anfang habe ich versucht, mich daraus zu befreien. Er hat über mir gestanden und leise gelacht, bevor er schließlich die Ledermaske über meinen Kopf gestreift hat. Dann hat er die vielen, breiten Riemen daran zugezogen. Ganz vorsichtig. Fast ehrfürchtig. Es liegt immer eine seltsame Bewunderung in der Art wie er mich behandelt. Als wäre ich sein kostbarster Besitz. Ich mag dieses Gefühl. Es macht mich stolz.

Die dicken Polster über meinen Ohren schirmen die Geräusche nicht völlig ab. Sicher wird er das korrigieren lassen. Nur drei kleine Löcher sind in der Maske. Zwei für die Nase, eines für den Mund. Gerade groß genug, dass ein Strohhalm hindurch passt. Die einzig größere Öffnung ist am Hinterkopf für meinen Zopf.

„Hörst du mich?“ Hatte er gefragt. Einen kurzen Moment war ich versucht, mich ganz still zu verhalten. Mir nicht anmerken zu lassen, dass ich jedes Wort und sogar seine Schritte wahrnahm. Allerdings war ich gerade nicht in der Position meinen Herrn an der Nase herumzuführen. Er hätte es ohnehin herausgefunden und die Strafe wäre hart gewesen. Also habe ich genickt.
„Nun“, hatte er erwidert „damit werden wir heute leben müssen.“
Dann hat er angefangen mich mit der Gerte zu streicheln. Noch kein Schlag ist heute auf meine Haut getroffen. Das Warten zerreißt meine Nerven. Die Maske ist warm und stickig. Ich muss mich sehr auf meine Atmung konzentrieren, damit ich ausreichend Sauerstoff zur Verfügung habe.

Plötzlich hören die zarten Berührungen auf. Durch die Polster höre ich, wie sich seine gedämpften Schritte von mir entfernen. Wo willst du hin, mein Herr? Die aufkeimende Verzweiflung verwandelt sich in Wut. Nur damit ich mich gleich darauf dafür schäme. Es steht mir nicht zu, wütend auf meinen Herrn zu sein.

Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor bis er endlich zurück ist. Automatisch dreht sich mein Kopf in die Richtung aus der seine Schritte kommen. Dabei fällt mir ein, dass ich ja gar nichts sehen kann. Der Schmerz kommt unerwartet. Ein Schlag. Gnadenlos hart. Mein Po brennt heftig und das Metall meiner Fesseln gräbt sich tief in mein Fleisch, als ich zusammenzucke. Ein erstickter Schrei dringt aus der dicken Maske hervor. Ich verliere die Kontrolle über meine Atmung. Panik. Ich bekomme nicht genug Luft durch die winzigen Löcher. Er muss es gemerkt haben, denn sofort liegen seine starken Arme um meine Schultern.

„Atme!“ brüllt er mich an. Na klar. Das ist einfach gesagt. Mir fallen die vielen Riemen ein, mit der die Maske gesichert ist und ich bekomme noch mehr Angst. Es würde ewig dauern, mich aus dem Leder zu befreien. Kurz verliere ich mich in meiner Panik, doch dann dringt seine Stimme durch den dichten Nebel der Angst in mein Bewusstsein.

„Durch die Nase ein. Durch den Mund aus. Ja, so ist es gut. Braves Mädchen.“ Seine Stimme ist ruhig und fest. So gut es geht drücke ich meine nackte Haut gegen seinen festen Körper. Ich spüre seine Muskeln unter dem Anzug. Ich fühle mich wieder sicher.

„So, dann können wir ja jetzt anfangen.“, sagt er bestimmt.
Oh Gott, was hat er vor? Ich höre einen Koffer schnappen. Er kramt darin. Auf einmal zieht er einen meiner Nippel lang. Eine Klammer beißt scharf hinein. Ich wimmere verzweifelt. Auch bei der Zweiten. Der Schmerz geht wie elektrischer Strom durch meinen Körper. Dann sind die Schamlippen dran. Ich hasse Klammern an den Schamlippen. Am Schlimmsten ist der Moment, in dem sie abgemacht werden. An den Nippeln mag ich es, aber was spielt es schon für eine Rolle, was ich möchte? Die einzelnen Klammern verbindet er mit Kettchen, so dass es leicht spannt. Ich versuche mich auf meine Atmung zu konzentrieren.

„Du bist wunderschön“, flüstert er mir ins Ohr, bevor er etwas in meinen Po schiebt. Es ist kalt und dünn. Ich kenne das Gefühl. Es ist ein Analhaken, der jetzt mit meinem Zopf verbunden wird. Ich muss meinen Kopf weit nach hinten strecken, damit es nicht ganz so schlimm ist. Überall an meinem Körper zieht es. Meine Nippel und Schamlippen brennen. Nur langsam wird der Schmerz etwas dumpfer. Ich zerre an meinen Fesseln. Als ob das etwas bringen würde.

„Bitte…“, flüstere ich erstickt in die Maske.
„Wie bitte? Du solltest deutlich sprechen, wenn du etwas von deinem Herrn möchtest.“ Ich höre das Grinsen in seiner Stimme. Verdammter Sadist. Ein Klaps mit der Gerte verleiht seiner Forderung Nachdruck. Der Schlag war nicht ganz so hart. Vermutlich möchte er sicher sein, wie ich in dieser Haltung reagiere. Er wird es immer weiter ausreizen.
„Bitte…“, keuche ich lauter.
„Bitte, was? Bitte, fick mich? Das werde ich gleich, süße sklavin. Ich werde meinen harten Schwanz in dein offenes Loch stoßen. Tief und hart. Wie schön du es mir präsentierst. Denk daran, Haltung zu bewahren. Das macht es leichter für dich.“

Ein Gürtel geht auf, dann ein Reißverschluss. Mehr höre ich nicht. Dazu sind die Polster an meinen Ohren zu dick. Ich konzentriere mich auf meine Muskeln. Ich muss jeden einzelnen nutzen, wenn ich das überstehen möchte. Ich fühle ihn an meinem verräterischen Fötzchen, aus dem der Saft tropft. Der erste Stoß ist hart. Die Erschütterung lässt die Klammern erst richtig schmerzen. Tränen schießen mir in die Augen. Mein Loch tropft weiter. Jetzt fängt sein Spiel erst richtig an…